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Unser Route mit ASANA im Juni/Juli 2011

Mo 11.07.2011: Auswassern von ASANA im Port Napoléon (Port-Saint-Louis-du-Rhône)

 

Wir erledigen die letzten Vorbereitungsarbeiten für das Auswassern von ASANA. Lina wäscht noch die Bett- und Frottéewäsche und räumt den Kühlschrank. Krantermin ist um 15:30 Uhr. Dann wird ASANA auf einen Trockenplatz gestellt, wo sie bis unserer Rückkehr ab etwa Mitte August sicher aufbewahrt ist. So Gott will, werden wir dann unsere Reise fortsetzen und hier wieder darüber berichten!

 

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei unseren „Fans“, allen Verwandten, den Freunden und Bekannten, welche regelmässig unsere Homepage besucht und uns in Gedanken begleitet haben. Auch haben wir uns immer wieder über die Eintragungen ins Gästebuch gefreut. Nun treten wir die Heimreise an. Wir freuen uns auf unser Zuhause und auf ein Wiedersehen mit Euch! (Toni und Lina)

 

 

Fr – So / 08. – 10.07.2011: Zurück im Port Napoléon (Port-Saint-Louis-du-Rhône)

 

Vor rund drei Monaten sind wir hier gestartet. An 15 Tagen segelte uns ASANA zuverlässig an einen neuen Ort. Nie hatten wir ernsthafte Probleme oder Havarien. Dabei legten wir 331 Seemeilen zurück, erlebten viel und lernten einige liebe Menschen kennen. Wir wollten auch nicht „Meilen fressen“, sondern Land und Leute kennen lernen. Der Motor lief während dieser Zeit total 41 Stunden und verbrauchte dabei nur 42 Liter Diesel! Und dies zur Fortbewegung einer Segelyacht mit 5,5 Tonnen Verdrängung! Vieles dabei natürlich im Standgas bei Manövern. Beim Auffüllen des Dieseltanks staunen wir wieder einmal über die Sparsamkeit unseres Motors!

 

Die Zeit hier im Port Napoléon verbringen wir am Vormittag mit Reinigungs-, Unterhalts- und Vorbereitungsarbeiten für das Auswassern vom Montag, 11. Juli. ASANA glänzt als wäre sie neu! Die Siesta geniessen wir während der grössten Hitze anschliessend am riesigen Sandstrand. (Toni)

 

Es ist jetzt Samstagabend, kurz vor 24.00 Uhr. Unsere Wetterstation meldet 25.3 Grad in unserer Kabine, also recht warm für diese Tages- oder eher Nachtzeit. Mir kommt Ruedis Abschiedskarte mit dem winterlichen Klosterwald in Einsiedeln in die Hände! Genau in solchen Momenten entfaltet diese wunderschöne Aufnahme ihre Wirkung! Danke, Ruedi, für Deine Idee, wie auch für den letzten Rosoli, den wir jetzt gleich mit Genuss verinnerlichen werden! (Lina)

 

 

Do 07.07.2011: Port Pointe Rouge (Marseille) – Port Napoléon (Port-Saint-Louis-du-Rhône)

 

15. Segeltag (27,3 sm): Bereits um 5:45 Uhr stehen wir auf und bereiten uns für die Abreise vor. Der letzte Wetterbericht über UKW-Kanal 80 bestätigt unsere Entscheidung, heute früh loszusegeln. Vorausgesagt ist zuerst ein SE-Wind in Stärke 3 – 4, welcher am Nachmittag auf SW 5 – 6 drehen wird! Wir erledigen alle Checks, spannen die Sicherheitsleinen vom Heck bis zum Bug und legen die Sicherheitsgurten bereit. Dann geht es Schlag auf Schlag: 07.45 h Motor starten, 08:00 h ablegen und auslaufen, 08:15 h bei E-Wind 2 – 3 Segel setzen und bereits um 08:45 h Cap Caveau der Insel Frioul gerundet! Um 09:00 h frischt der E-Wind auf Stärke 3 – 4 auf und eine Dünung in Stärke 2 setzt ein. Wir gurten uns an. ASANA legt einen richtigen Endspurt hin, so dass wir bereits um 10:50 Uhr bei der Reserve-Bake in den Golf de Fos einlaufen. Das AIS-Radar funktioniert bestens. Wir sehen darauf viele Frachter, welche entweder vor Anker oder auf der Fahrt im Golf sind. Um 12:00 Uhr dreht der Wind wie erwartet auf SW und in rauschender Fahrt geht es Richtung Strand Napoléon (siehe Video), wo wir hinter einem verankerten Frachter halsen. Lina ist überrascht, wie unterschiedlich ASANA jetzt zu steuern ist, weil die Wellen von der anderen Seite ans Ruder greifen. Auch das zweite Halsemanöver neben dem Ostquadranten gelingt gut. Lina luvt an und ich nehme die Schoten dicht. Mit starker Krängung und über 7 Knoten Fahrt erreichen wir bereits um 12:25 h die Einfahrt zum Canal St. Antoine, wo wir den Motor anstellen und die Segel bergen können. Heute sind wir in rund 4 Stunden fast 24 Seemeilen gesegelt, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nahezu 6 Knoten entspricht! Fantastisches Segeln!  Einerseits ging die ganze Überfahrt viel zu schnell, andererseits aber sind wir froh, hier zu sein, weil der Wind ständig zunimmt. In den Böen weht es bereits über 22 Knoten, was einer Stärke 6 entspricht! Unter diesen Verhältnissen laufen wir in den Port Napoléon ein. Über Funk ist die Capitainerie nicht erreichbar. Es ist Mittagspause! So legen wir wieder am Steg G (Platz 20) an, von wo aus wir am 3. Mai gestartet sind. Bereits haben wir eine so grosse Routine, dass das Anlegemanöver zu zweit problemlos klappt! Ich habe gelernt, bei starkem Wind, die Manöver mutig und mit genügend Schwung zu fahren, damit das Schiff durch Seitenwind nicht abgetrieben wird.(Toni)

 

 

Mi 06.07.2011: Port Pointe Rouge (Marseille)

 

Bade- und Ruhetag an der Plage Pointe Rouge. Kein W-LAN gefunden. Zwei völlig inkompetente Hafenmeister arbeiten hier! Sie schaffen es kaum, für die Formalitäten mit einem Schweizer Schiff, ihre PC-Software richtig zu bedienen, noch wissen sie, wo ein W-LAN zur Verfügung stehen würde, noch können Sie uns betreffend optimalen Segelbedingungen für die Weiterreise beraten! (Toni)

  

 

Mo 04.07.2011:La Madrague (Saint-Cyr-les-Lecques) – Port Pointe Rouge (Marseille)

 

14. Segeltag (22,3 sm): Der Himmel ist bedeckt. Ab und zu fallen einige Regentropfen. Lina richtet das leichte Wander-Regenzeug und das Ölzeug. Für alle Fälle sind auch die Lifebelts bereit und die Sicherheitsgurten auf beiden Seiten vom Heck bis zum Bug gespannt. Um 11:15 Uhr lichten wir unseren Anker, verlassen die schöne Bucht von La Madrague und fahren Richtung La Ciotat. Zuerst will der Wind nicht so richtig wehen. Um 13:00 Uhr können wir Segel setzen und bei leichtem Südostwind vor dem Wind längs der imposanten Felsformationen kreuzen. Bereits dreiviertel Stunden später dreht der Wind bei Cassis auf Nordwest. Nun kreuzen wir fröhlich am Wind und werfen dabei einige Blicke in die verschiedenen Calanques. Das Vergnügen dauert aber nur eine halbe Stunde! Dann stellt der Wind wieder ab, und nur die Dünung von einem halben Meter bleibt erhalten! Deutsche Segelkollegen würden jetzt den „Jockel“ anwerfen. Wir starten unseren zuverlässigen Dreizylinder-YANMAR-Dieselmotor, welcher uns bis zum berühmten Cap Croisette schiebt, wo der Kurswechsel Richtung Marseille ein erneutes Segeln zulässt. Nun sind wir wieder im gefürchteten Golf de Lion, der aber im Moment ganz zahm ist! Gerade jetzt schaffen wir unsere 300. Seemeile auf diesem Törn. In Bezug auf die Anzahl der Seemeilen, keine besondere Leistung! Aber in Bezug auf unsere Erlebnisse während dieser Zeit fantastisch! Rund 200 Seemeilen davon sind wir gesegelt und rund 100 mit Motor gefahren. Heute schläft der Wind 2 Seemeilen vor unserem Ziel, dem Hafen Pointe Rouge, dem südlichsten Hafen von Marseille, wieder ein. Es kommt uns vor, wie auf dem Zürichsee! Mal Wind von der einen Seite, mal von der andere und dann wieder nichts! Meine Anfrage per Funk an die Capitainerie betreffend einem Bootsplatz ist dieses Mal erfolgreich. Die Einklarierungsformalitäten gestalten sich langwierig! Offensichtlich sind Hafenmeister und EDV-System in Marseille durch ein Schweizer Schiff, welches einen Flaggenschein in drei Sprachen hat, darunter Französisch, überfordert. Der Höhepunkt der Angelegenheit wird beim Eintrag des Registerhafens erreicht. Basilea geht nicht, Basel auch nicht und Bâle schon gar nicht, weil im System nur zwei Buchstaben für Abkürzungen französischer Häfen vorgesehen sind! Der Entscheid fällt auf „Ba“ für „Bayonne“ bei Biarritz!! ASANA hat somit in Marseille einen neuen Registerhafen am Atlantik!!! Während dieser Zeit blockiert ASANA zum Leidwesen des Tankwarts die Anlegestelle der Tankstelle! Schliesslich akzeptiert der Computer nach einigen Versuchen auch meine Kreditkarte, und wir erhalten die Quittung für die Hafengebühr von Platz 18 auf dem Steg 17, wieder ein Platz eines Jahresmieters des hiesigen Segelclubs, der unterwegs ist. Beim Spaziergang längs dem Strand lassen wir uns schliesslich zu einer Pizza in einem der vielen Strandrestaurants animieren. (Toni)

 

 

So 03.07.2011: Insel Porquerolles – La Madrague (Saint-Cyr-les-Lecques)

 

13. Segeltag (27,1 sm): Aus dem Logbuch von ASANA über einen nicht ganz normalen Segeltag:

08:00 Uhr: Wetter: 2/8 bewölkt, Baro 1008, 23 Grad, N-Wind 1-2, Seegang 1

09:00 Uhr: Wetterprognose über Kanal 63: leicht bewölkt, Ost- bis Südwind Stärke 2 bis 3, Meer ruhig. Ideale Verhältnisse, um Richtung Westen zu segeln.

10:30 Uhr: Checks von Motor, Bilge, Seeventile, Luken, Ruderanlage, Batterien, Seereeling und Rigg sind erfolgt. Motor, Funkgerät und GPS sind angestellt. Die GPS-Navigation Richtung Marseille wird aktiviert. Die Motorenkühlung funktioniert tadellos.

10:40 Uhr: Anker lichten und auslaufen aus der Bucht „Anse d’Argent“ der Insel Porquerolles.

11:00 Uhr: Bake „La Jeaune Garde“ querab. Leichte Dünung. Wir setzen zum Stabilisieren das Grosssegel und lassen Porquerolles hinter uns. Der Wind ist noch zu schwach zum Segeln.

11:10 Uhr: „Ile du Grand Ribaud“ querab. Der Wind dreht auf Süd. Wir setzen auch die Fock und stellen den Motor ab. ASANA segelt auf Kurs West mit Wind in Stärke 2 aus Süden.

11:42 Uhr: Eine weisse, ca. 10 m lange  Motoryacht nähert sich uns unter voller Gleitfahrt auf Kollisionskurs von hinten! Sie macht keine Anstalten, uns auszuweichen. Wir starten den Motor und weichen im letzten Moment Richtung Süden aus. Hinter den dunklen Scheiben der vorbeirasenden Yacht mit dem Namen „HELIOS II“ sehen wir niemanden! Ist der Steuerstand überhaupt besetzt oder lassen die ihr Schiff einfach unter Autopilot geradeaus fahren? Der Spuk ist vorbei – ASANA kann wieder weiter segeln!

12:00 Uhr: Position: 43°01,07’N 6°1,5’E.  Wetter: sonnig, Baro 1009, 26 Grad, S-Wind Stärke 3, Seegang 2. Herrliches segeln (siehe Video unter „Segeln in Südfrankreich)! ASANA lässt Segelyachten, welche in die gleiche Richtung segeln, deutlich achteraus!  

12:30 Uhr: Cap Cépet querab. Zweiter Adrenalin-Schub von heute: Ein vermeintlicher Turm mitten im Meer entpuppt sich als auftauchendes U-Boot, welches genau Kollisionskurs mit uns hat! Mir ist nicht bekannt, dass U-Boote gegenüber Segelyachten vortrittsberechtigt sind. Somit behalten wir den Kurs West bei, starten aber wieder sicherheitshalber unseren Motor! Eine Frauenstimme fordert uns über den Kanal 16 (Anruf- und Notfrequenz) freundlich aber ganz bestimmt auf, uns nicht näher als einen Kilometer an das aufgetauchte, Richtung Toulon fahrende U-Boot, zu nähern! Sie müsste nur noch erklären, wie man dies einhalten kann, wenn das U-Boot Kurs auf uns nimmt! Ein Teil der U-Boot-Mannschaft hält sich unterdessen draussen auf dem Turm auf und beobachtet die Umgebung. Sie ändern den Kurs und fahren hinter uns durch. Wir dippen höflich unsere Schweizer-Flagge. Sie reagieren aber darauf nicht. Offensichtlich sind wir ein zu kleiner „Fisch“ für sie!

13:30 Uhr: Wir passieren das berühmte Cap Sicié, eine Wettergrenze, vor allem bei Mistral! Hier sind Wind und Dünung etwas stärker.

14:00 Uhr: Ile Grand Rouveau passiert. Der Wind stellt ab. Wir rollen die Fock ein und fahren unter Motor an der Bake „Les Magnons“ vorbei.

15:00 Uhr: Vor dem Hafen Bandol: Anfrage per Funk über Kanal 9 an die Capitainerie betreffend einem freien Platz für die Nacht wird wegen einer Regatta verneint! 10 Minuten später frischt der Wind wieder auf Stärke 3 auf. Wir setzen Segel und nehmen Kurs auf La Ciotat.

16:00 Uhr: Heute sind wir rund 20 Seemeilen gesegelt und dies ausschliesslich mit Wind von backbord. Keine Wende- oder Halsemanöver waren erforderlich! Wir erinnern uns an die unzähligen Manöver auf dem engen oberen Zürichsee! In der Bucht von Cyr-les-Lecques entschliessen wir uns, für diese Nacht bei la Madrague zu ankern. Also Motor anwerfen, Segel bergen und Anker klarieren. Zwischen vielen Yachten finden wir einen geeigneten Platz. Schliesslich hält der Anker mit 25 m Kette auf 4,5 m Wassertiefe.

20:00 Uhr: Was ist wohl los? Haben wir etwa eine Wetterwarnung verpasst? Ein Schiff nach dem anderen verlässt die schöne Ankerbucht, um einen Hafen aufzusuchen! Ich verlängere die Ankerkette auf 33 m. Wir sprechen einen einheimischen Bootsnachbarn darauf an. Er beruhigt uns. Heute ist doch Sonntag und vermutlich müssen die meisten morgen zur Arbeit! Wie schön haben wir es doch! Lina kocht ein feines Nachtessen. Weil die Dünung anhält, lassen wir den Gasherd mit seiner kardanischen Aufhängung frei schwingen! Nun schaukelt das Schiff um unsere Pfannen herum (Siehe Video)! Es wird wirklich eine ruhige Nacht. Wir setzen das Ankerlicht und lassen uns in den Schlaf wiegen. (Toni)

 

 

Mi-Do / 22.-23.06.2011: Mistral im Hafen von Porquerolles

 

Am 21. Juni sind wir in der „Anse de Notre Dame“ auf Porquerolles vor Anker gegangen, haben zwei ruhige Nächte und einen schönen Badetag erlebt. Der angekündigte Mistral bewegte uns leider dazu, heute am Vormittag, die zauberhafte Bucht zu verlassen und noch bei ruhigen Verhältnissen den sicheren Hafen anzusteuern. Wieder bot sich uns ein spektakuläres Hafenkino, der Schiffe, welche bei starkem Wind im Hafen anlegten. Wenige Stunden später waren alle 300 Gästeplätze belegt. Vermutlich werden wir bis am Montag hier bleiben.

 

Jetzt ist es 22:00 Uhr. Lina sitzt in der Ecke im Salon und liest. Ich benutze die vor einem Monat gelöste W-LAN-Verbindung direkt aus dem Schiff, sitze vor dem Notebook am Kartentisch von ASANA und draussen heult wieder einmal der Mistral. Es kommt mir vor, als würde der Mistral an dieser Küste den Lebensrhythmus bestimmen! ASANA ist seit heute Vormittag im Hafen von Porquerolles am Gästesteg gut vertäut. Vor einem Monat belegten wir hier den Platz 61 und jetzt ausgerechnet den Platz 60 gleich daneben! Was uns an diesem Hafen fasziniert ist, man kann im Cockpit aufstehen und hat sogleich den Ausblick auf das Meer, und in wenigen Schritten gelangt man zum Badestrand! Neben uns liegt eine RUSH. Sie sieht heruntergekommen aus, ist sie doch rund 30 Jahre alt und war in dieser Zeit stets im Mittelmeer im Einsatz. Ich helfe dem Skipper beim Anlegemanöver. Offensichtlich ist er mit dem Schiff nicht sehr vertraut! Mein Mahnung, die Mooring Leine fester am Schiff zu belegen (für Nichtsegler: Bugleine mit welcher man des Schiffs vom Steg weg hält) nimmt er zu wenig ernst und verlässt das Schiff. Der aufkommende Mistral hat ihn mit einem üblen Kratzer am Heck bestraft! Bei dieser Gelegenheit geht mir immer wieder der Ausspruch von Walter Bannholzer, ehemaliger Besitzer der Segelschule Hensa in Altendorf, wo ich in jungen Jahren gelegentlich als Segellehrer aushalf, durch den Kopf: „Auch wenn du dein Schiff nur kurz verlässt, binde es so an, als würdest du erst nach 14 Tagen zurückkehren!“ Dies habe ich mir stets zu einem Grundsatz gemacht und bin dadurch glücklicherweise schadenfrei mit allen Schiffen durchgekommen. Lina und mich erfasst etwas Wehmut, wenn uns die vergangenen Zeiten mit unserer RUSH DIONYSOS auf dem oberen Zürichsee in Erinnerung kommen. Im gleichen Atemzug freuen wir uns aber über unsere ASANA, welche viel mehr Lebensraum und Sicherheit bietet. (Toni)

  

 

Di 21.06.2011: Cavalaire-sur-Mer – Insel Porquerolles

 

12. Segeltag (20,5 sm): Die Wetterprognose sagt sonniges Wetter, Wind aus NE 3-4, später SSW 3 und leicht bewegtes Meer voraus. Um 10:30 Uhr verabschieden wir uns vom Hafen Cavalaire, setzen bei leichtem Ostwind vor dem Cap Cavalaire die Segel. ASANA nimmt gemütlich Fahrt auf. Die schwache Dünung stört uns kaum. Langsam verschwindet Cavalaire hinter dem Cap und vor uns breiten sich im morgendlichen Dunst die Konturen der Inseln Levant, Port-Cros und Porquerolles aus. Um 13:00 Uhr schläft der Wind bei einer Position von 43˚4,6’N und 6˚24,8’E ganz ein. Die Temperatur ist sommerlich: Luft 28˚ und Wasser 23˚. Grund genug für uns, die Segel zu bergen, ein Bad im tiefblauen Wasser zu geniessen und eine Zwischenverpflegung einzunehmen. Leider ist die Ausschau nach Delphinen heute erfolglos! Anschliessend tuckern wir etwa 4 Seemeilen mit dem Motor und sitzen dabei im schützenden Schatten des Sonnensegels. Um 14:20 setzt ein schwacher Südwind ein. Wir setzen wieder Segel, stellen den Motor ab und freuen uns daran, wie ASANA leicht nickend Fahrt aufnimmt. Die Dünung hat sich im Schutz der Inseln gelegt. Das Wasser kräuselt sich leicht vom feinen Luftzug. Vom prognostizierten Wind mit 3 Beauforts ist nicht zu sehen! Auch die dritte Begegnung von heute mit einer anderen Segelyacht bringt es mit sich, dass wir mangels Vortrittsrecht ausweichen müssen! Dabei ist das Meer doch so unendlich gross! Wieder einmal kommt es uns vor wie auf dem Zürichsee. Um 15:25 h erreichen wir die Insel Porquerolles mit genau 250 Seemeilen auf dem Log! Eine Distanz, welche wir bei früheren Chartertörns jeweils in zwei Wochen zurückgelegt haben! Jetzt sind wir seit rund zwei Monaten unterwegs, eben als Rentner! Wir lassen das imposante Cap des Medes backbord liegen. Vor uns öffnet sich die fantastische Anse de Notre Dame, die Parade-Ankerbucht der Insel. Bereits belegen sehr viele Yachten die besten Ankerplätze. Während wir uns für das Ankermanöver bereit machen, nähert sich von hinten eine andere Segelyacht, welche sich als ANTIGUA entpuppt! Wir haben weder ein Flottillensegeln noch feste Treffpunkte mit Ernst und Silvia vereinbart, und trotzdem treffen wir uns immer wieder! Also doch wie auf dem Zürichsee! Zuerst setzt Antigua ihren Anker, nachher wir daneben. Etwas zu nah, wie sich herausstellt. Der zweite Versuch klappt dann. Unser Anker hält auf 4 m Tiefe, mit 25 m Ankerkette und der Position 43˚0,8’N und 6˚13,8’E. ASANA schwoit leicht vor Anker. Die Distanz zu den anderen Segelyachten stimmt. Plötzlich gibt es eine grosse Aufregung auf der ANTIGUA! Silvia entdeckt eine Ratte im Ankerkasten! Nun geht die Jagd los! Ernst gelingt es schliesslich mit Hilfe des Bootshakens das Biest über Bord zu werfen! Die Ratte gibt aber nicht so schnell auf. Mehrere Male versucht sie wieder an Bord von ANTIGUA zu gelangen! Während ich anschliessend das Logbuch nachführe, bereitet Lina ein feines Nachtessen zu. Mit dem Eindunkeln setze ich unser Ankerlicht. Der Lichtkegel des Leuchtturms zieht über uns seine Runden. Eine sehr ruhige Nacht steht uns bevor. (Toni)

 

 

Mo 20.06.2011: Badetag in Cavalaire-sur-Mer statt weiter segeln

 

Das wissen wir aus unserem vorherigen Berufsleben: Planungen sind dazu da, um über den Haufen geworfen zu werden! Mein Vorschlag somit an Lina von heute Morgen, statt von Cavalaires nach Porquerolles zu segeln: Plegern und baden am Strand! (Toni)

 

Dankbar nehme ich, nach den unruhigen Mistral-Tag-und-Nacht-Stunden, den einfühlsamen Vorschlag von Toni an. Porquerolles kann warten! Die gemeinsame Befreiung von ASANA vom glitzernden Sand und den Salzspuren heute morgen wird für mich zum reinen Vergnügen! Der Nachmittag gehört nochmals dem Strand von Cavalaire-sur-Mer! (Lina)

 

 

So 19.06.2011: 2. Seglerbeichte in Cavalaire-sur-Mer

 

Es gibt ein amüsant zu lesendes Buch mit dem Titel „Seglerbeichten“. Amüsant deshalb, weil verschiedenste Segler darin ihre bisher möglichst geheim gehaltenen Sünden beichten! Nun, heute ist wieder die Reihe an uns: zurück im Cockpit nach dem morgendlichen Meer-Bad trotz Mistral, schnellt unser Adrenalinspiegel in die Höhe! „Hast Du den Schlüssel?“ „Nein!“. „Ich auch nicht!“ Fassungslos sitzen wir im Cockpit und starren auf das verschlossene Eingangsschott! Was nun??? Dank einer Vorschrift des Seeschifffahrtsamtes muss jede Yacht schweres Havarie-Werkzeug an Bord mitführen. Unseres ist ebenfalls eingeschlossen, alle Luks zu, wie immer beim Verlassen des Schiffes! Schon wieder hilft uns Ernst aus der Patsche! Wir erleben, dass mit dem richtigen Werkzeug ein Schiff innert Sekunden aufgebrochen werden kann! Diesmal freuen wir uns sehr darüber, und wir sind Ernst sehr dankbar für seine Hilfe!

Weil uns der Mistral letzte Nacht doch nicht ganz so ruhig schlafen liess, holen wir dies mit einer kleinen Siesta nach! Noch recht ungewohnt ist für uns der fliegende Sand, am Strand natürlich bei dieser Stärke von Mistral sehr ausgeprägt. Aber auch auf dem Deck, im Cockpit, auf den Stufen des Niedergangs in die Kabine, überall finden wir feinste Sandpartikel, welche teilweise silbern glitzern! Eigentlich ganz schön anzusehen, aber…Das könnt Ihr Euch alle selber vorstellen! (Lina) PS: Der Mistral heult immer noch, seit über 24 Stunden!!!

 

 

Sa 18.06.2011: Lust und Frust in Cavalaire-sur-Mer

 

Eigentlich ein lässiger Tag hier! Am Morgen und am Abend schwimmen wir im 24 Grad warmen Meer. Lina unternimmt einen Städtchenbummel. Leider kommt sie, was zu erwarten war, ohne einen neuen modischen Rock zurück! In der Zwischenzeit versuche ich, die noch in der Schweiz erworbene Funkfernsteuerung für die Ankerwinde zu verkabeln. Was für ein Frust! Beinahe bin ich fertig und merke, dass die Verpolung des Relais im Schiff nicht mit der Verpolung des Relais auf dem Elektroschema der Funkfernsteuerung übereinstimmt! Also alles ausbauen und im Juli in die Schweiz zur Abklärung zurücknehmen!

 

Gott sei Dank sind wir in einem sicheren Hafen! Der Hafenmeister hat uns heute den Bootsplatz bis am Montagmittag zugesichert. Wie immer bisher haben wir mit der Grösse von ASANA Glück bei der Zuweisung zu einem Bootsplatz. Weil die grösseren Charteryachten die Besucherplätze beanspruchen, wird uns jeweils ein freier Platz eines festen Mieters, welcher unterwegs ist, zugewiesen. So haben wir unsere Ruhe, weg vom Besuchersteg mit seinem emsigen Treiben und den vielen täglichen Wechseln!

 

Hier der Auszug aus der heutigen Navtex-Wetterwarnung, die wir in dieser Form an Bord empfangen:

PROVENCE :

FROM 19/00 UTC TO 19/21 UTC

NORTHWESTERLY 8, DECREASING IN WEST IN THE MORNING. GUSTS.

 

Die ersten Windstösse des nahenden Mistrals aus Nordwesten, welcher ab heute ab Mitternacht bis morgen 21:00 Uhr (Greenwich-Zeit) mit Böen bis zu 8 Windstärken zu erwarten ist, pfeifen durch die Wanten. Lina meint eher, dass sie durch die Wanten heulen! Wir verstärken die Vertäuung von ASANA. Richtung Mistral auf jeder Heckseite zwei gummigefederte Taue und zusätzlich auf jeder Seite eine Spring (für Nichtsegler: ein Stütztau, welches in der Mitte des Schiffs befestigt wird). So hoffen wir, ruhig schlafen zu können. Wir wünschen auch allen Lesern unserer Homepage eine gute Nacht. (Toni)

 

 

Fr 17.06.2011: Mastgang in Cavalaire-sur-Mer

 

Der Himmel ist bedeckt, trotzdem zeigt das Thermometer um die 25 Grad! Es ist sehr angenehm. Toni schlüpft in den Bootsmannstuhl und einen zusätzlichen Lifebelt zur Sicherung und macht sich bereit, den Mast zu „erklimmen“, um die kaputte Leine des Main-Drop-Systems zu ersetzen. Dank der spontanen Bereitschaft von Ernst, welcher mittels Winsch und Grossfall Toni auf über zehn Meter in die Höhe kurbelt, brauchen wir keine fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Danke, Ernst! Den Rest des Tages verbringt Toni mit kleineren Unterhaltsarbeiten, welche es immer wieder zu erledigen gibt. Ich nehme ein Buch zur Hand, höre den Spyren und Mittelmeermöven zu und konzentriere mich zwischendurch auf das manchmal sehr spannende Hafenkino!!! So langsam freuen wir uns auf die Pizza, welche wir heute Abend in einem Beizli zusammen mit Ernst und Silvia geniessen möchten! (Lina)

 

 

Do 16.06.2011: Port-Fréjus  - Cavalaire-sur-Mer

 

11. Segeltag (28,2 sm): Nach dem sämtliche Sicherheitschecks erledigt sind, legen wir um 10:15 Uhr ab. Bereits eine Viertelstunde später können wir bei einem schwachem Südostwind und glattem Wasser die Segel setzen. Der Kurs Richtung Cap Camarat liegt an, und ASANA kreuzt mit 4 Knoten höher am Wind als drei andere Segelschiffe in der Nähe. In der Bucht von Saint-Tropez nimmt der Wind glücklicherweise auf Stärke 2 zu. So segelt ASANA auch durch das leicht aufgewühlte Wasser einiger grosser Motoryachten noch gut. In der Nähe der Tonne „La Moutte“ setzen wir das Reff 1, weil sich verbreitet Schaumkronen über den Wellen Richtung Westen bilden. Nun dreht auch der Wind Richtung Westen und ASANA kreuzt unbeirrt mit 5 – 6 Knoten gegen den Wind und die kleinen Wellen. Unterwegs reisst die Leine des Main-Drop-Systems aus! Dies wird morgen zum ersten Mastgang am Meer führen! Vor der „Baie de Pampelonne“, wo sich die Schönen und Reichen ein Stelldichein geben, reihen sich Luxusyachten jeder Grösse vor Anker! Der Leuchtturm vom Cap Camarat zieht majestätisch an uns vorbei. Dahinter öffnet sich die „Baie de bon porté“, in welcher auch einige Boote ankern. Für die Übernachtung ist uns die Bucht zu offen und damit zu wenig geschützt vor Ost- und Südwind. Wir wenden und umrunden das Cap Taillat. Nachher folgt der schöne Badestrand „Baie de Briande“. Nach dem Cap Lardier erscheint im Hintergrund bereits Cavalaire, dessen Hafen wir um 15:30 Uhr ansteuern, 2 Wochen nachdem wir ihn verlassen hatten. Während fünf Stunden unter Segel haben wir 26,3 Seemeilen zurückgelegt! Die Formalitäten auf der Capitainerie und die römisch-katholischen Anlegemanöver (für Nichtsegler: mit dem „Füdli“ voraus) sind für uns bereits zur Routine geworden. Was mir ganz und gar nicht gefällt, ist, dass hier ab dem Monat Juni während der Hochsaison Bootsplätze nur noch von Tag zu Tag vergeben werden! Der Hafenmeister weist uns einen freien Platz am zweiten Steg zu. Wir würden hier gerne eine Woche verweilen. Mal schauen, ob wir wenigstens bis am Montag bleiben können, denn für Sonntag ist starker Mistral angesagt! Erstaunt und erfreut stellen wir fest, dass am Gästesteg bereits ANTIGUA festgemacht ist, als hätten wir dies abgesprochen! Müde, aber sehr zufrieden mit dem heutigen Segeltag sinken wir heute Abend in unsere Kojen. Über 200 Seemeilen sind wir nun unterwegs. (Toni)

 

 

Mi 15.06.2011: Waschtag und Mondfinsternis in Port-Fréjus

 

Linas grosser Waschtag in der Laverie du Port (drei 7 kg- Maschinen)! Dann Haare waschen, Vorräte einkaufen und Wasser auffüllen. Schliesslich angesagte Mondfinsternis am Strand versucht zu beobachten. 22:30 Uhr aufgegeben – kein Vollmond gesehen! Dies war wirklich die Finsternis! Später sehen wir, wie der Mond langsam wieder aus dem Erdschatten heraus kommt! (Toni)

 

 

Di 14.06.2011: Tagestörn von Fréjus zum Massif d’Estérel

 

10. Segeltag (21,6 sm): Für heute sagt der Wetterbericht wieder Sonnenschein und leichte Thermik voraus. Wir entscheiden uns für einen Tagestörn mit ASANA zum Massif d’Estérel. Nach dem Abmelden bei der Capitainerie, den üblichen Checks, dem Ablegen vom Steg und dem Auslaufen aus dem Hafen von Fréjus beobachten wir um 10:30 Uhr drei Löschflugzeuge des französischen Zivilschutzes bei Übungen mit Wasser aufnehmen und ablassen. Hinter der kleinen, vorgelagerten Insel Le Lion de Mer passieren wir den Point des Lions, und damit öffnet sich uns der Blick auf das imposante Massif d’Estérel mit seinen roten Felsen. Weit oben hebt sich die Küstenfunkstelle mit ihrem weissen Turm kontrastreich ab. Wir genehmigen uns ein salzhaltiges Morgenbad und einen kleinen, von Lina vorbereiteten Mittagsbrunch. Eine ganz leichte Thermik lädt uns ein, die Segel zu setzen und Kurs Ost aufzunehmen. Wir geniessen unter lautloser Fahrt den Ausblick auf die Bergkette. Um 12:40 Uhr haben wir das Cap Dramont und um 13.15 Uhr die Bake Chrètienne erreicht. In weiter Ferne kommt uns eine Segelyacht entgegen. Durch den Feldstecher kann ich eine Bavaria mit weissem Bimini erkennen. Ist es etwa die ANTIGUA von Ernst und Silvia, welche von Cannes aus zurücksegeln? Ich greife zum Funkgerät und rufe si über den Anrufkanal 16 formrichtig an: „SY-ANTIGUA, SY-ANTIGUA, SY-ANTIGUA, This is SY-ASANA, SY-ASANA, SY-ASANA ower!“ Nach dem zweiten Aufruf meldet sich wirklich Ernst. Wir wechseln auf einen Sprechkanal und er bestätigt, dass er uns jetzt ebenfalls sieht! Eine Viertelstunde später treffen wir uns auf den Koordinaten 43˚25,4´N und 6˚54,55´E. Freudig tauschen wir bei einem kleinen Schwatz von Bord zu Bord Erlebnisse aus und verabschieden uns mit der Bemerkung, dass wir uns vielleicht wieder auf einer der Inseln vor Hyère treffen werden. ANTIGUA segelt weiter Richtung Westen. Weil der Wind unterdessen ganz nachgelassen hat, bergen wir die Segel, setzen das Sonnendach und nehmen ein Bad im Meer. Um 14:45 Uhr stellen wir fest, dass wir bis auf Position 43˚25,9´N und 6˚54,7´E getrieben sind. Dies ist der östlichste Punkt unserer vorsommerlichen Reise mit ASANA auf dem Meer! Unter Motor fahren wir der malerischen Küste entlang, wieder Richtung Fréjus, besuchen die kleine Bucht Anthéor, über welche sich eine prächtige Eisenbahnbrücke schwingt, wieder vorbei an der Bake Chrètienne, welche als Südquadrant mit ihren zwei nach unten gerichteten schwarzen Dreiecken vor der Untiefe nördlich davon warnt. In der Rade d’Agay möchten wir kurz an einer Boje festmachen, um eine kurze Pause mit Zwischenverpflegung einzuschalten. Schon braust der Hafenmeister mit seinem schnellen Motorboot heran und eröffnet uns, dass das Festmachen an der Boje für mindestens vier Stunden acht Euro kostet! Gerne verzichten wir auf diesen teuren Spass und legen vor dem Cap Dramon treibend im Meer eine Badepause ein. Um 17:00 Uhr kommt plötzlich Wind in Stärke 2 – 3 von Westen auf. Wir setzen Segel und erleben zum Schluss des Tages und zur Feier der 200. Seemeile auf dem Meer herrliche Kreuzkurse über Aygulf zurück nach dem Hafen Fréjus. Zufrieden belegen wir ASANA um 18:50 Uhr am Platz 589. Wegen des ausserordentlich schwachen Windes lief der Motor heute 3,8 Stunden! (Toni)

 

 

Mo 06.06.2011: Hafen-, Bade- und Shoppingtag in Port-Fréjus und St. Raphael 

 

Mehr oder weniger ein ruhiger Hafentag mit Schwimmen am nahen Sandstrand, Einkaufen von Gemüse und Obst, Marsch nach St. Raphael mit „Shopping“! Erstmals geniessen wir das Nachtessen im Cockpit, wir sind allerdings auch früher dran als normal. Nach relativ kurzer Zeit haben wir uns eben die mediterranen Essenszeiten einverleibt! (Lina)

 

Auf der Capitainerie verlängere ich unsere Bootsplatzmiete bis am 16. Juni. Gemütlich sitzen wir nun im Cockpit und rauchen eine Pfeife. Soeben geht ein Wachmann mit Kampfhund inkl. Maulkorb auf dem Steg bei ASANA vorbei. Wir grüssen ihn freundlich und bedanken uns bei ihm für seinen Dienst. Erstaunt blicken er und sein Hund zurück! Die Zugbrücke von ASANA, sprich Gangway, ist heraufgezogen. Ein unüberwindlicher Wassergraben schützt uns nun zusätzlich. Nachdem auch die Moskitonetze gespannt sind, können wir ruhig schlafen gehen. (Toni)

 

 

So 05.06.2011: Gewitter in Port-Fréjus

 

Diese Nacht hat uns das Gewitter mit Donner und Blitz während rund 2 Stunden am Schlaf gehindert. Wieder haben wir diesen am Morgen bis um 10:30 Uhr nachgeholt! Es ist trüb und regnet ab und zu. Endlich hat Lina ihren langersehnten „Muderi“-Tag mit Nichtstun, Lesen, Essen und Trinken! Es gefällt uns sehr gut hier. Alles ist da: eine guter Bootsplatz in einem sicheren Hafen, viele Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, Bus- und Bahnverbindungen nach allen Seiten, viele Restaurants, gute Einkaufsmöglichkeiten und eine Bäckerei mit W-LAN, in welcher ich gerade unsere Homepage aktualisiere. Wir bleiben mindestens bis am nächsten Freitag hier. Vielleicht auch noch über die Pfingsttage. Wir werden es sehen! Wir „müssen“ ja nichts! (Toni) 

 

In unserem Gästebuch habe ich soeben von der Geburt von Eline von Manu und Beni gelesen. Aus der Ferne gratulieren wir der glücklichen Familie von ganzen Herzen und wünschen allen Beteiligten gute Gesundheit und Wohlergehen. (Toni und i.V. Lina)

  

 

Sa 04.06.2011: Apéro auf ASANA in Port-Fréjus

 

Die Bootsplatznachbarn Lothar und Karin aus Kassel kommen auf ASANA zum Apéro vorbei. Immer wieder erfreuen uns die Begegnungen mit Seglern, welche wie wir unterwegs sind. Familiengeschichten, Erfahrungen und Erlebnisse werden ausgetauscht. Nie geht der Gesprächsstoff aus! (Toni)

 

 

Do 02.06.2011 Auffahrt: Cavalaire-sur-Mer - Port-Fréjus

 

9.Segeltag (25,9 sm):  Heute sind wir bereits um 7:00 Uhr aufgestanden, ASANA und uns zum Segeln bereit gemacht und um 10:00 Uhr bei bedecktem Himmel vom Hafen Cavalaire-sur-Mer ausgelaufen. Ein Blick zurück: gerne wären wir noch hier geblieben! Aber etwa 50 (!) zusätzliche Boote werden heute Nachmittag für eine Regatta erwartet! Nach der Hafenausfahrt können wir bei etwa 3 Bft. bereits die Segel setzen und in den ersten Pulli reinschlüpfen. Die Dünung und Kreuzseen von einem halben Meter erschweren das Steuern und das sich Bewegen an Bord. Schon beim Cap Lardier reffen wir die Segelfläche, beim Cap Taillat kriechen wir ins Ölzeug, weil’s zu regnen beginnt! Beim Cap Camarat mit dem grössten Leuchtturm der ganzen Côte d’Azur können wir wieder ausreffen, segeln mit 5 – 6 Knoten an der Bucht von St. Tropez vorbei weiter bis zum Vieux-Port St. Raphael. Bereits zeigt sich wieder die Sonne! Den uns vom Hafenmeister zugewiesenen Platz längs einer unappetitlichen Mauer verschmähen wir und schauen uns im benachbarten Hafen von Fréjus um. Auf Anfrage weist uns eine sehr freundliche Dame den Platz 589 zu, ein vor allen Winden geschützter Platz mit Blick auf die am heutigen  Auffahrtstag sehr belebte Promenade. Wir machen mit Mooringleine fest, und Toni holt die vom letzten Mistral ausgefranste französische Gastflagge runter. Zum Glück habe ich mein Mini-Flickzeug in der Nähe! Mit Sternli-Faden und „Hindersi-Stich“ versuche ich, die Flagge wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen! Nun flattert sie wieder vorschriftsgemäss unter der Steuerbord-Saling. Nun, der nächste Mistral kommt bestimmt!

Damit auch ich am recht hohen Betonsteg unsere ASANA verlassen kann, ohne einen „Mordsgump“ zu riskieren, montieren wir die Gangway. Damit ist für heute fertig „gearbeitet“! (Lina)

 

 

Seglerbeichte

 

Unterwegs unterschätze ich die Höhe der Wellen einer grossen Luxusyacht. ASANA sticht mit dem Bug in voller Wucht in den Wellenberg hinein! Gischt spritzt links und rechts weit weg. Einige Spritzer erreichen sogar unsere Sprayhood! Dann knallt das Vorschiff in das Wellental hinab! Das nächste Mal werde ich besser aufpassen und eine solche Welle etwas seitlich anfahren.

 

 

Epilog 

 

Es ist erstaunlich, wie gut Lina und ich mit rauheren Verhältnissen zur See zurechtkommen. Bis jetzt haben wir kein Stugeron bzw. keine Reisetabletten eingenommen. Wir befolgen nur die neuen Erkenntnisse eines oesterreichischen Professors und Seglers, welcher Vitamin C zur Vorbeuge gegen Seekrankheit empfiehlt. Heute nehmen wir vor dem Auslaufen eine 500 mg Lutschtablette ein und im Laufe des Vormittags, bei den ersten Anzeichen eines mulmigen Gefühls lutschen wir eine weitere Tablette. Dadurch wird der Geschmack im Mund erfrischt und der Körper kann das Vitamin C über die Schleimhäute schnell aufnehmen. So fühlen wir uns stets absolut wohl und voll einsatzfähig.

 

Nach unserer 5-stündigen anstrengenden Wanderung auf der Insel Port-Cros spürten wir überhaupt keinen Muskelkater. Aber nach den 4 ½ Stunden segeln immer am Wind auf Steuerbordbug mit Krängung (für Nichtsegler: immer schräg auf die rechte Seite), bei Wellen und Kreuzseen von ½ - 1 m, hat sich am Folgetag Muskelkater in den Oberschenkeln bemerkbar gemacht! (Toni)

 

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