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Berichte aus der Region Kvarner (Kroatien) 2013

Do 26.09.2013: Ruppiges Wellenreiten durch den Kvarner

 

28. Fahrttag (32 sm, 17 sm davon gesegelt)

 

15:40 Uhr: ASANA ist festgemacht an einer Boje in der Ankerbucht Soline bei Veruda in der Nähe von Pula.

 

Detaillierter Bericht folgt! Bilder und Route sind hochgeladen!

 

 

Mi 25.09.2013: Gemütliches Segeln von der Inseln Ilovik zur Insel Susak

 

27. Fahrttag (12 sm, 10 sm davon gesegelt)

 

12:00 Uhr: Wie geplant erreichen wir gegen Mittag den Hafen von Susak.

 

Detaillierter Bericht folgt! Videos, Bilder und Route sind hochgeladen!

 

 

Di 24.09.2013: Zwischen den Inseln Ilovik und Sveti Petar

 

Stilles, glitzerndes Wasser zwischen den beiden Inseln! Am liebsten würde ich einen Tag hier bleiben! Einen der vermutlich letzten Badetage an der Boje, nur von Wasser umgeben! Toni kann mit diesem Wunsch gut leben. Und so richten wir uns auf dem Vorschiff ein. Hunderte von blau schimmernden Fischen schwärmen um ASANA und schwimmen mit uns. Ein leichter Wind streicht über die Haut, Raben krähen und streiten am nahen Ufer der St. Petrus-Insel. Hin und wieder blöken ein paar Schafe. Kleine Fischerboote fahren in Ilovik ein und aus. Zweimal legen sogar Ausflugsschiffe im Städtchen an.

 

Wir tun einfach nichts, ausser darüber zu berichten! Ab Mittag bis jetzt um 16 Uhr liegen nur zwei Segelboote hier. Ein wunderschöner Tag, wenn man das Nichtstun geniessen kann!

 

Morgen Mittwoch soll’s nun wirklich weitergehen zur Insel Susak, am liebsten natürlich unter Segel. Lassen wir uns überraschen, was der Gott des Windes dazu meint! (Lina)

 

 

Mo 23.09.2013: Schwachwind – Flaute – Starkwind von Rab bis Ilovik und Sveti Petar

 

26. Fahrttag (22 sm, 14 sm davon gesegelt): Auszug aus dem Logbuch:

 

07:00 h: Wecker geht ab. Ich höre keine Windgeräusche und drehe mich wieder zur Seite. Weiter schlafen! Der WNW-Wind ist erst auf etwa auf 14 Uhr angekündigt!

08:00 h: Morgenessen in der Vorschiffskoje, aufstehen, Toilette erledigen.

09:00 h: Brot und Süssgebäck einkaufen sowie Cappuccino in der Capitainerie trinken.

11:15 h: ASANA und wir sind gerüstet. Wir laufen aus der Marina aus und lassen das schöne Städtchen Rab hinter uns.

11:40 h: Der leichte NW-Wind erlaubt, Segel zu setzen. Langsam bewegt sich ASANA durch das flache Wasser. Segeln wie am Zürichsee!

12:45 h: Das Navigieren zwischen den zwei Eilanden Dolphin und Laganj erfordert Aufmerksamkeit, damit wir nicht auf ein Riff auflaufen!

13:30 h: Der Wind stellt ab. Fock einrollen. Motor starten. 6 sm auf Kurs 205. Fünf 30 bis 40 cm grosse Quallen treiben an uns vorbei

15:00 h: Wir runden das Leuchtfeuer Hr. Bik. Mit einer Stunde Verspätung setzt der angesagte WNW-Wind in Stärke 3 – 4 ein, eine Viertelstunde nachdem das Meer noch vollkommen flach war! Nun rauscht ASANA beim Wind (für Nichtsegler: nicht ganz hoch am Wind) mit über sieben Knoten Fahrt. Die Bugwelle schäumt. Die Heckwelle steigt. ASANA krängt nur wenig.

15:50 h: Vor der Einfahrt in den Kanal zwischen den Inseln Ilovik und Sveti Petar (heiliger Petrus) bergen wir die Segel und steuern eine der 150 ausgelegten Bojen im Kanal an. Dieser ist an der breitesten Stelle 300 m breit.

16:10 h: ASANA ist festgemacht an einer Boje nahe dem Ufer der Insel Sveti Petar, unserer 20. Insel in Kroatien! Genau vor drei Monaten, am 23. Juni, sind wir hier vorbei Richtung Mali Lošinj gefahren! Nun hat sich der Kvarner-Kreis geschlossen! Bis am Abend sind nur 15 Bojen belegt. Der Hafenmeister kommt vorbei, kassiert die Gebühr und nimmt den Abfall mit.

21:00 h:Nach dem feinen Nachessen aus Lina’s Kombüse spielen wir einen Jass und geniessen den klaren, nächtlichen Sternenhimmel, wie man ihn zu Hause nie sieht! Sterne bis zum Horizont, der grosse Wagen, der kleine Wagen, Kassiopeia, die Milchstrasse und unzählige uns nicht bekannte Sternbilder.

23:00 h: Der Wind hat sich gelegt. ASANA’s Ankerlicht leuchtet. Nachtruhe kehrt ein. (Toni)

 

 

So 22.09.2013: Sonntag in Rab

 

Heute geniessen wir die sonntägliche Ruhe in Rab, ohne einen Bericht in die Homepage zu stellen!

 

Morgen beabsichtigen wir, zur Insel Ilovik zu segeln.

 

Neue Bilder von Rab haben wir hochgeladen. (Toni und Lina)

 

 

Sa 21.09.2013: Von Bora-Sturmböen in Baška bis Maestral-Leichtwind in Rab

 

25. Fahrttag (21 sm, 18 sm davon gesegelt): Auszug aus dem Logbuch

 

07:00 h: Wecker geht ab und zur gleichen Zeit beginnen Bora-Böen und Schwell vom Festland her in den Hafen einzufallen.

07:30 h: Ich montiere eine Spring von der Hafenmauer auf die Mittelklampe.

08:00 h: Die Böen werden immer stärker. Sie drücken den Fender am Heck gegen die Mauer. Würde der Anker ausbrechen, wäre ein Schaden nur schwer zu vermeiden. Ich wecke Lina, weil ich der Sache nicht mehr traue und starte den Motor. Im Vorwärtsgang halte ich ASANA von der Mauer fern.

08:30 h: Weil der SMS-Wetterbericht von Windfinder auf die nächste Nacht noch stärkere Bora ansagt, entscheide ich spontan, obwohl wir eigentlich noch einen Tag länger hier bleiben wollten, den Hafen zu verlassen. Dies ist das erste Mal in diesen drei Jahren, dass wir einen Hafen aus Sicherheitsgründen verlassen. „Im Meer draussen sind wir mit ASANA sicherer als an dieser Hafenmauer“, sage ich zu Lina.

09:00 h: Während dem der Motor ASANA stabilisiert, bereiten wir uns für das Auslaufen vor. Lina macht Picknick, ich spanne die Sicherheitsgurten an Deck. Statt dass wir in der Bäckerei frisches Brot kaufen, öffnen wir die Konservendose von Rolf mit dem Vollkorn-Notbrot.

09.45 h: Wir legen ab und bergen den Anker. Dies in aller Ruhe und ohne Probleme. Noch im Hafenbecken setzen wir das Gross-Segel mit zwei eingebunden Reffs.

10:10 h: Fock ausrollen und auslaufen aus dem Hafen. ASANA beschleunigt bei halbem Wind (für Nichtsegler: Wind von der Seite) sofort auf sieben Knoten und pflügt mit Krängung sicher durch die Wellen.

10:35 h: Wir durchsegeln die schmale Passage zwischen den Inseln Krk und Prvić. Weil der Wind jetzt räumlich weht (für Nichtsegler: seitlich von hinten), löse ich das zweite Reff auf und lasse nur noch das erste eingebunden. ASANA segelt jetzt aufrecht.

11:10 h: Wir passieren die heute unbewohnte, ehemalige Gefängnisinsel Grgur. Noch sind die Ruinen der bis 1988 benutzten Gefängnisse zu sehen. Die Schaumkronen auf dem Wasser glätten sich. Nun kann ich auch das erste Reff aufheben.

11:45 h: Rijeka-Radio meldet über den Notrufkanal 16 Bora-Sturmböen für die nächste Nacht in Stärke 30 – 40 Knoten! Gut, haben wir Baška verlassen und steuern den sturmsicheren Hafen von Rab an!

12:00 h: Wir runden das nördlichste Kap der Insel Rab. Kaum zu glauben: der Wind hat abgestellt! Also Motor an, Fock einrollen und picknicken im Cockpit.

12:40 h: Picknick fertig. Ein leichter Maestral aus NW lässt uns die Fock wieder ausrollen und den Motor abstellen. Gemütlich segeln wir nun der Südwestküste von Rab mit den vielen Buchten entlang. Erstmals zünde ich mir während des Segelns eine Pfeife an!

14:30 h: Weil der Wind seit ¾ Stunden achterlich einfällt (für Nichtsegler: von hinten), kreuzen wir mit Halsemanövern etwa 30 Grad vor dem Wind. In der Bucht vor der Hafeneinfahrt zu Rab bergen wir die Segel und bereiten ASANA für das Anlegemanöver an der Tankstelle vor.

15:00 h: 20 Liter Diesel in einer Woche verbraucht – nicht schlecht!

15:30 h: ASANA ist festgebunden am Schwimmsteg der ACI-Marina von Rab, unserer 19. kroatischen Insel.

17:00 h: Sonnenbad und Yogaübungen auf dem Vorschiff bei sommerlichen 28 Grad!

20:00 h: Nachtessen aus Lina’s Kombüse: Tomaten-/Aubergine-Salat, dann Čevapčići mit Ajvar/Zwiebeln und Pasta, dazu ein roter Vranac und Schokolade als Dessert. Ein albanischer Grappa rundet den heutigen Tag ab! (Toni)

 

 

Fr 20.09.2013: Faszinierende Fahrt längs der Karstküste von Krk nach Baška 

 

24. Fahrttag (14 sm, 2 sm davon gesegelt)

 

Beim Start um 9:35 Uhr erleben wir einen Wundermorgen! Stahlblauer Himmel, tintenblaues Meer, beige-braun-graue, kahle Karstberge längs der Küste und nur wenige Grünpflanzen. Es hat nur einige Häuser, einen Campingplatz und ein paar kleine, romantische Badebuchten, welche nur mit dem Schiff zu erreichen sind. Die Hänge sind durch früheren Raubbau und durch die starke Bora im Winterhalbjahr kahlgefegt. Leider weht der schwache Nordost-Wind nur knapp eine Stunde; so müssen wir die Hauptstrecke mit Hilfe des Motors zurücklegen. Um 11:20 Uhr kreuzen wir vor Stara Baška vorbei.

 

ASANA liegt jetzt im Hafen vom hübschen Baška, des südlichsten Städtchens von Krk, eingebettet in eine geschützte Bucht. In diesem Hafen hat es nur Platz für drei bis vier Gastboote. Auch stehen hier weder Elektrisch noch Wasser am Steg zur Verfügung, und es liegen keine Mooringleinen aus. So müssen wir erstmals seit drei Jahren rückwärts an die Hafenmauer auf sieben Meter Wassertiefe mit 30 Meter Kette am Buganker anlegen. Wir sind dankbar, dass ein junges, deutsches Paar hilft, die Leinen um die Ringe an der Mauer zu legen und prüfen den Sitz des Ankers in Retourfahrt.

 

Es folgen Picknick an Bord, Sonnenbad von Lina auf dem Bug, Haarwäsche mit der Heck-Dusche, Homepage aktualisieren und Montage der Gangway für den Erkundungs-Spaziergang ins Städtchen. Bei einer grossen, feinen Fischplatte in der Hafen-Konoba stossen wir auf den Geburtstag von Irène an. (Toni)

 

 

Do 19.09.2013: Krk, die alte Hauptstadt

 

7 Uhr! Feine Regentropfen zeichnen ein spezielles Muster auf das Luk über der Koje. Umdrehen und weiterschlafen! Plötzlich ruft uns die Sonne mit glasklarer Luft und leichter Bora. Unsere CH-Flagge zieht immer wieder Touristen aus der Schweiz an. Meistens sind es Segler oder Camper! So ergibt sich manch informativer oder auch lustiger Schwatz. Der Hochsee-Segler Rolf, seit 40 Jahren in Kroatien unterwegs, hat sein Zuhause in Einsiedeln und besucht heute mit vier weiteren Schweizerinnen und Schweizern das Städtchen Krk per Auto von Punat aus. Wir entdecken viele gemeinsame Bekannte in Schwyz wie in Einsiedeln; wie klein ist doch die Welt!

 

Nach einem ausgiebigen Brunch machen wir uns auf Richtung Altstadt. Sie hat einiges zu bieten an Geschichte, Gebäuden und Stimmungen. Schon in der Römerzeit war Krk, heute mit 3‘500 Einwohnern, die Hauptstadt der Insel. Noch bevor wir richtig weg sind, sucht eine Charteryacht einen Platz. Hilfsbereit, wie Toni ist, kehren wir um. Toni weist sie ein und bietet der Crew die Mooringleinen usw. an. Schon wieder ein Bier verdient!

 

Im Städtchen schmaust Toni ein Gelato (eigentlich heisst das hier ja sladoled!) und ich endlich mal eine herrliche, kroatische Cremeschnitte.

 

Auf dem gemütlichen Rückweg erblicken wir neben ASANA einen Mast mehr. Eine Yacht aus Slowenien hat backbords angelegt und wurde durch unsere Springleine behindert. Die Segler-Männer finden sich und bald liegt auch diese Yacht gut!

 

Nun ist wieder Schreiben angesagt, d.h. ein mühsames Gebären der Berichte, statt in der milden Herbstsonne zu liegen! Die Kurzzeit-Erinnerungen sollen ja anscheinend bei älteren Menschen besonders schnell verfliegen???

 

Die Bora legt sich mehr und mehr. Inzwischen liegen vier Segelboote an der Mauer. Zusätzlich ein Katamaran mit jungen Leuten und einem ca. 8jährigen Mädchen, der Sprache nach vermutlich aus Russland. Als einzige im ganzen Hafen bieten sie einen Höllenlärm! Irgendwann werden auch sie müde!

 

Morgen möchten wir nach Baška segeln und hoffen auf mirno more, wie uns Olivera immer wieder wünscht! (Lina)

 

 

Mi 18.09.2013: Begleitung von Delphinen zwischen Malinska und Krk

 

23. Fahrttag (16 sm, alles unter Motor)

 

7 Uhr: Tagwache für mich! Ein paar Rückenübungen und dann auf! Scheusslich, diese Bora-Kälte, aussen 9, innen 13 Grad! Zum Glück springt die Heizung an! Doch nach etwa 10 Minuten stellt sie, weiss qualmend, wieder ab! Vermutlich saugt sie Kondenswasser aus dem Dieseltank an! Aus diesem Grund kontrolliere ich, nachdem wir den vorderen Teil der Backskiste und den Stauraum darunter ausgeräumt haben, den Wasserabscheider der zweiten Dieselleitung zum Motor. Hier kommt zum Glück nur Diesel. Vielleicht ist die Ansaugleitung der Dieselheizung tiefer angebracht!?

 

Um 8 Uhr halte ich Lina die Tasse mit heissem Kaffee unter die Nase. Sofort ist sie wach! Dann folgt: Morgenessen in der Vorschiffkabine, Brot in der nahen Pekara kaufen, Picknick bereitstellen und alle Checks auf ASANA erledigen. So verlassen wir den Hafen von Malinska wieder um 10 Uhr. An Segeln ist heute nicht zu denken! Der Himmel stark bewölkt, kein Wind, das Meer grau und flach, wie ölig anzuschauen. So fahren wir die ganze Strecke von Malinska im Norden der Insel Krk nach der im Süden liegenden Hauptstadt gemütlich mit dem Motor. ASANA hinterlässt einen feinen Schaumstreifen im Kielwasser. Nach einer halben Stunde bringen 5 Delphine, welche die Bucht von Malinska ansteuern, Abwechslung! Kurze Zeit später können wir sogar eine ganze Delphinschule beobachten, welche zwischen den Inseln Cres und Krk südwärts zieht!

 

Um 11:30 Uhr meldet Rijeka-Radio eine Gewittersturm-Warnung für die kommende Nacht über den Notruf-Funkkanal 16! Wir passieren die Fährstation Valbiska, über welche wir mit dem Bus am 12. September angereist sind. In unserer Nähe kontrolliert die Küstenwache eine andere Segelyacht. ASANA lässt sie aber unbehelligt! Bereits um 12:45 Uhr erreichen wir den Hafen von Krk. Die Hafenmole für Gästeboote ist leer. Das heikle Anlegemanöver rückwärts an die Quaimauer gelingt uns, ohne fremde Hilfe, nach einer kleinen Korrektur, bestens. Wieder einmal sind wir froh um die Gangway, damit wir ASANA genügend weit entfernt von der Mauer festbinden können. Weil ein Gewittersturm angesagt ist, montiere ich wieder Federn bei den Tauen und eine Springleine auf die Mittelklampe. Beim heutigen Abschliessen des Logbuchs stelle ich fest, dass wir in diesem Jahr bereits über 500 sm mit ASANA zurückgelegt haben! Schwell dringt auch hier ins Hafenbecken ein. Für die Nacht binden wir ASANA weit weg von der Mauer und schlafen so göttlich im Geschaukel! (Toni)

 

Unmittelbar vor dem Ablegen, auf dem Rückweg beim Entsorgen des Abfalls, entdecke ich in knapp 2 m Wassertiefe im Hafen einen orangefarbenen Seestern. Noch nie bisher habe ich dieses faszinierende Wassertier nicht in einem Aquarium, sondern in Natura, gesehen! Ich freue mich herzlich darüber! (Lina)

 

 

Di 17.09.2013: Hafentag in Malinska

 

Bis etwa um 9 Uhr sinkt und sinkt das Barometer bis unter 1‘000 hPa. Es regnet, blitzt und donnert; wie wunderbar geborgen fühle ich mich mit Toni und Mozart in der kuscheligen Koje. Innert Kürze wird es heller, das Barometer zeigt durch seinen rasanten Anstieg nahende Bora an. Und tatsächlich: kurz nach Mittag strahlt die Sonne, die Luft wird ganz klar, und die Bora hält sich in Grenzen.

 

Drüben in Istrien fahren Antoinette und Walti auf einer Velotour von Motovun nach Opatija. Malinska liegt dem touristisch bestbekannten Opatija direkt gegenüber. Wir wünschen den Sportlichen über das Meer hinweg eine erlebnisreiche und unfallfreie Fahrt ohne Bora im Gesicht!

 

Abends sitzen wir auf ASANA mit unseren liebenswürdigen jungen Schiffsnachbarn Mario und Elke von der SUMMERDAY zusammen. Sie kommen aus dem Tirol, wir können uns also ohne Zungenverrenkungen unterhalten. Der Gesprächsstoff geht nicht aus; die Zeiger der Uhren sowie der kühle Nachtwind im Cockpit aber lassen uns um 23 Uhr „die Zelte abbrechen“! Unsere Kabine ist mit etwa 16 Grad eher mässig warm! Also setzt Toni erstmals wieder die Heizung in Betrieb; so zwei, drei Grad mehr wären durchaus angenehmer. Vermutlich leidet diese unter Kondenswasser, denn jeweils nach ein paar Minuten gibt sie rauchend ihren Geist auf. Jä nu, kurzes Prozedere und ab in die Koje! Morgen ist wieder ein Tag! (Lina)

 

 

Mo 16.09.2013: Traumstart von Cres nach Malinska auf der Insel Krk

 

22. Fahrttag (27 sm, davon 10 sm gesegelt)

 

ASANA und wir sind für die erste Ausfahrt nach den Sommerferien bereit. Um 10 Uhr verabschieden wir uns vom Hafen und von der Ortschaft Cres und nehmen Kurs Richtung Nord auf. Die leichte Morgenbrise streichelt über das Meer und lässt die kleinen Wellenkämme glitzern. Sofort setzen wir Segel und geniessen das lautlose Gleiten durch das Wasser. Die Freude herrscht aber nicht lange. Bereits nach 20 Minuten stellt der Wind fast ab und wir starten den Motor. Mit frisch gereinigtem Unterwasser und Propeller läuft ASANA mit 2‘200 U/Min. 6 Knoten. Langsam zieht die steile, unbewohnte Küste der Insel Cres an uns vorbei. Kurz nach dem Leuchtfeuer Prestenice kreuzen wir die Fährlinie, über welche wir am 2. Juli Cres verlassen haben. Genau hier erreicht ASANA ihre 2‘300. Seemeile auf dem Meer. Kurz darauf runden wir mit dem Kap Jablanac den nördlichsten Punkt unserer Reise im Kvarner. Dank einem schönen Südwind können wir anschliessend bis vor die Hafeneinfahrt von Malinska auf der Insel Krk segeln. Unsere 18. kroatische Insel ist damit erreicht!

 

Der kleine, hübsche Hafen von Malinska hat nur einen Gästesteg. Das Anlegemanöver um 14.30 Uhr neben einer Charteryacht gelingt uns ohne fremde Hilfe bestens. Wir sind also noch nicht ganz aus der Übung! Das Nachbarboot mit dem Namen „SUMMERDAY“ war bereits in Cres am gleichen Steg! Gegen Abend verstärkt sich der Schwell, welcher von Süden in den Hafen dringt. So montiere ich Stahlfedern an den Tauen und eine Springleine auf der Windseite, damit wir ruhig schlafen können. Beim Hafenmeister bezahle ich die Gebühr gleich für zwei Tage. Am späten Nachmittag drehen wir eine Runde durch das quirlige Städtchen Malinska.

 

Um 2 Uhr in der Nacht zieht eine Gewitterfront durch. Böen fallen über den Hafen her! Blitze schlagen in der Nähe ein! Lina merkt von allem nichts! Ich mache einen Kontrollgang an Deck und montiere zum Schutz der Bordwand einen zusätzlichen Fender gegenüber unseren Nachbarn. Dann schlafe ich bis am Morgen durch (Toni)

 

 

So 15.09.2013: Sonntag in Cres

 

Sonntagmorgen! Ruhig und beschaulich! Haben wir die Nacht wirklich auf einem Segelschiff verbracht? Bis um 06.30 Uhr liegt ASANA so still im mondgespiegelten Wasser, als wäre sie festgemauert. Den ganzen Tag über weht dann ein mässiger Südostwind bei ca. 25 Grad. Wir mieten uns Velos im Hafen; sie wirken ein wenig ramponiert, und wirklich: Toni muss nach einer kurzen Probefahrt diverse Werkzeuge aktivieren und Verschiedenes flicken.

 

Gemütlich radeln wir der schönen Küste entlang durch das Städtchen Cres und holen im gut 3 Km entfernten, riesigen Camping-Platz die gefüllte Gasflasche ab. Der Himmel zeigt sich grau und wolkenverhangen; das Barometer sinkt und sinkt. Eigentlich möchten wir morgen nach Malinska auf der Insel Krk segeln; wir und ASANA sind parat. Toni konsultiert soeben die Wetterberichte. Mal sehen, was diese zu unseren Plänen meinen! Den definitiven Entscheid fällen wir morgen Montag früh!

 

Noch rechtzeitig vor dem aufziehenden Gewitter bringen wir die Velos zurück, füllen den Wassertank auf, entwirren die Maindrop-Leinen und entfernen die beiden im Gross-Segel gefundenen „Nachtfalter“-Nester.

 

Apéro, Nachtessen, aufräumen, Bericht schreiben, und schon ist der Abend fast vorbei. Laku noć! (Lina)

 

 

Sa 14.09.2013: Ein Internetstick zu viel und ein Bier mehr! ASANA ist wieder seetüchtig!

 

Nach den zwei Monaten Unterbruch erledige ich einen umfassenden Motorencheck. Wie immer ist der Zugang zum Getriebeöl-Messstab nur über unmögliche Verrenkungen machbar! Mein Rücken macht wieder mit, Gott sei Dank! Alles ist ok. Das zweite Solarpanel montiere ich auch wieder.

 

Die Reserve-Gasflasche ist unterdessen leer. Hier in Cres kann man Campinggasflaschen nur auf dem über 3 km entfernten Campingplatz auffüllen lassen! Ein willkommener Spaziergang mit der leeren Flasche im Rucksack über das Zentrum von Cres, wo wir bei der Post einen neuen Internetstick kaufen! Der alte Stick ist verschollen und nicht auffindbar, obwohl wir das halbe Schiff umkehren! Der Obst- und Gemüsehändler im Städtchen, welcher vor 20 Jahren in Luzern gearbeitet hat, erkennt uns nach gut zwei Monaten wieder. Er freut sich, uns einiges aus seinem sehr anmächeligen und farbenfrohen Angebot zu verkaufen.

 

Zurück auf dem Schiff, fischt Lina die Fock aus der Achterkabine und was findet sie? Den verloren geglaubten Internetstick! Nur zwei Stunden, nachdem wir den Ersatz gekauft haben! Weil der Wind inzwischen eingeschlafen ist, können wir die Fock setzen und einrollen. Schon wieder etwas erledigt! Ein Chartersegler von einem Schiff am gleichen Steg fragt mich nach einem Akkubohrer. „Gegen ein Bier machen wir alles!“ antworte ich. So geschehen!

 

Lina’s Dinner aus der Kombüse mit Pouletbrüstchen, Aubergine, Zucchetti, Zwiebeln und Pasta sowie rotem Vranac schmeckt vorzüglich!

 

Die aufkommende Dunkelheit erlaubt nun noch eine umfassende Beleuchtungskontrolle innen und aussen. Alles funktioniert auch hier bestens. Vor allem freuen uns die neuen, helleren LED-Leuchten in der Kabine. Nun ist ASANA bereit zum Segeln und zum Motoren sowie für die autarke Stromversorgung und die Internetverbindung unterwegs. (Toni)

 

 

Fr 13.09.2013: ASANA bereitstellen

 

Ich organisiere den Motorenmechaniker. Er montiert den Dichtungsring an der Gangschaltung, welchen ich vom Schweizer Yanmar-Vertreter mitgebracht habe. Die WC-Pumpe geht nur noch sehr streng und quietscht erbärmlich! Zudem kommt zuerst eine unerklärliche braune Brühe und das Rückschlagventil Richtung Fäkalientank ist undicht! WC-Arbeit droht!!! Leider ist Stefan, unser familieneigener Sanitärinstallateur nicht hier! Ich zerlege die WC-Pumpe, reinige den Kolben und fette ihn mit Vaseline ein. Dann finde ich im Filter der Ansaugleitung ein totes Insekt. Lina meint, es sei so etwas wie ein wohlgenährter Nachtfalter! Offensichtlich hat er, als ASANA am Trockenen stand, in der Ansaugleitung der WC-Spülung ein Nest gebaut! Zum Glück hat sich das Nestmaterial aufgelöst und die Leitung nicht ganz verstopft! Nach dem Reinigen des Rückschlagventils und dem Zusammenbau funktioniert das WC zur Freude von Lina wieder wie neu.

 

Heute beschäftigen wir uns aber auch mit angenehmeren Arbeiten, wie das Einkaufen, das Ausfahren der Fallen aus dem Masten, das Laden der Akkus von Geräten, Uhren, Lampen usw. Das Reinigen des Decks wird durch einen heftigen Gewitterregen erleichtert. Kurze Zeit darauf strahlt bereits schon wieder die Sonne bei angenehmen 23 Grad. Im Moment bin ich gespannt, was Smutje Lina heute aus der Kombüse zaubert! (Toni)

 

 

Mi 11.09. – Do 12.09.2013: Anreise nach Cres

 

Die diversen Rückenbeschwerden von uns haben sich mit viel Geduld, Schmerzmittel, Akupunktur und Rückenübungen gelegt!

 

Am Mittwoch starten wir um 11 Uhr zur letzten Etappe unseres dreijährigen Mittelmeerprojekts mit dem Zug über Mailand nach Triest, wo wir um 22 Uhr mit einer halben Stunde Verspätung eintreffen. Ein kleiner ungewollter Umweg zu Fuss bringt uns zum Hotel Roma. Noch um 23 Uhr wird uns im Restaurant Forst eine Pizza serviert! Dann fallen wir müde in die bequemen Hotel-Betten.

 

Am Donnerstag geht die Fahrt mit dem Bus weiter über Rijeka, der Insel Krk, der Fähre zur Insel Cres, wo uns im Städtchen Cres pünktlich um 14:30 Uhr das bestellte Taxi in die ACI-Marina bringt. Nun heisst es: Anmelden bei der Capitainerie, ASANA abdecken, Farben im Yachtshop abholen, Saildrive und Propeller reinigen, grundieren und spritzen. Kurz nach 18 Uhr hebt der riesige Travellift ASANA vom Lagerbock und wassert sie sorgfältig ein. Glücklich beziehen wir den zugewiesenen Wasserplatz, wo wir zuerst die Elektrischversorgung anschliessen, den Kühlschrank in Betrieb nehmen und den Wassertank füllen. So kann Lina bald darauf den Risotto ai funghi kochen. Schön, wieder auf dem Schiff zu essen, Wein zu trinken und zu schlafen! Wir sind froh, dass die Betten schon angezogen sind und schlafen schnell ein! (Toni) 

 

                                                                                                                                           

 

Mo 01.07. – Di 02.07.2013: ASANA auswassern und Heimreise

 

ASANA steht jetzt für zwei Monate sicher an Land in der ACI-Marina von Cres. Am gleichen Tag noch fahren wir mit Überlandbus und Fähre von Cres nach Rijeka, wo wir übernachten. Am Dienstag bringt uns der Bus nach Triest. Von dort aus reisen wir mit dem Zug über Mailand und Arth-Goldau nach Hause.

 

Wir freuen uns nach drei Monaten Abwesenheit auf unsere Wohnung, unsere lieben Nachbarn, das Treffen mit Verwandten und Freunden und auf den Garten von Schiffsgotte Uschi. (Toni)

 

 

Do 27.06 – So 30.06.2013: Hafen- und Vorbereitungstage in Cres

 

Die letzten Tage vor unserer Heimreise am 1./2. Juli 2013, verbringen wir ganz gemütlich mit Spaziergängen, Geburtstagsfeier von Lina, Gesprächen mit Bootsnachbarn, Wäsche waschen, im Meer schwimmen, Vorräte aufbrauchen, Homepage aktualisieren und ASANA vorbereiten zum Auswassern am Montag. Dies genussvoll und in aller Ruhe! (Toni)

 

 

Mi 26.06.2013: Segeln bei Bora-Sturmböen von Osor nach Cres

 

21. Fahrttag (26 sm, die ganze Strecke gesegelt!)

 

Auch heute ist wieder früh aufstehen angesagt, denn auch heute gilt es, um 9 Uhr das Öffnen der Drehbrücke, über welche die Hauptstrasse von der Insel Cres nach der Insel Lošinj führt, nicht zu verpassen! Pünktlich um 09:00 Uhr staut sich der gestoppte Verkehr, die Brücke schwenkt nach links weg und ASANA passiert als zweites Schiff den Lošinjski-Kanal, welcher 12 m breit und 2.5 m tief ist. Wieder beschleunige ich mit dem Motor. Eine Strömung von rund 4 Knoten gibt uns zusätzlichen Schub, so dass wir an den vielen Zuschauern, welche das Schauspiel verfolgen, richtig vorbei sausen!

 

Auch heute können wir wieder nach der Durchfahrt durch den Kanal sofort Segel setzen. Die Bora weht zuerst in angenehmer Stärke 3 – 4 aus Nordosten, was uns einen günstigen Anliegerkurs beschert. Aber bereits eine halbe Stunde später nehmen Wind und Böen stetig zu. Wir setzen das erste Reff, 10 Minuten später das zweite und weitere 5 Minuten später das dritte Reff. Es macht den Anschein, als ob Rasmus uns auf der letzten Etappe dieses Frühjahrs noch einmal so richtig auf die Probe stellen möchte! Knallharte Böen fallen den Bergrücken hinunter auf ASANA und wollen sie zur Seite drücken! Aber wir sind ein gut eingespieltes Team: Lina, ASANA und ich! Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen! Ich entscheide aus Sicherheitsgründen, dass wir erstmals in diesem Jahr das Grossegel ganz bergen und nur mit der Fock segeln. Meine Augen sind konzentriert auf die Wasseroberfläche voraus gerichtet, um möglichst frühzeitig starke Böen zu erkennen und das Schiff ihnen entgegenzusteuern, um die Windenergie in Vorwärtsfahrt umzusetzen und übermässige Krängung zu vermeiden! Daraus wird ein regelmässiger Zickzackkurs, aber mit dem Ergebnis, dass wir problemlos die Böen in Stärke 7 aussegeln können! Nur ein einziges Mal erwischt uns eine Mini-Salzwasserdusche im Gesicht! Es kommt uns vor, wie bei einer starken Bisenlage auf dem oberen Zürichsee vor Schmerikon!

 

Gegen Mittag flaut der Wind ab und dreht Richtung Norden. Wir setzen das Grossegel, reffen aus und kreuzen am Leuchtfeuer Zaglav und dem Kap Pernat vorbei. Aus dem Abfallen Richtung Osten wird nichts, weil genau nach dem Kap die Bora wieder einsetzt, dieses Mal aus Osten. Der Wind ist auch hier sehr böig und stark drehend. Nun mache ich es wie in früheren Regattazeiten. Statt bei einer Winddrehung abzufallen, lege ich jeweils sofort das Ruder zu einer Wende. So kommen, bis wir die Segel in der Bucht von Cres bergen, total 17 Wendemanöver am heutigen Tag zustande. Dies habe ich noch nie auf dem Meer erlebt! Wir sind dankbar über die Selbstwendefock von ASANA!

 

Um 15 Uhr haben Lina, ASANA und ich zusammen das erste Ziel dieses Jahres, die ACI-Marina von Cres, erreicht. Unvergessliche Erlebnisse, Begegnungen mit vielen lieben Menschen und 470 Seemeilen liegen in unserem Kielwasser. Die Reise führte in diesem Frühjahr über 17 kroatische Inseln in 21 Teiletappen, von denen wir bei 11 von Hafen zu Hafen gesegelt sind! Total hat ASANA jetzt 2‘292 Seemeilen, davon 1‘227 Seemeilen unter Segel, ohne Probleme auf dem Meer zurückgelegt.

 

Schiff und Mann- und Frauschaft sind glücklich, zufrieden und wohlauf!!! (Toni)

 

 

Di 25.06.2013: Segeln von der Drehbrücke von Mali Lošinj zur Drehbrücke von Osor

 

20. Fahrttag (12 sm, 9 sm davon gesegelt)

 

Heute heisst es, früh aufstehen, denn wir wollen die Öffnung der Drehbrücke zum Privlaka-Kanal nicht versäumen! Neben den normalen Checks kontrolliere ich auch wieder einmal den Wasserabscheider in der Dieselleitung, weil ich nicht sicher bin, ob über den Tank(nicht)verschluss etwas Regenwasser in den Dieseltank gedrungen ist. Wasser fliesst keines heraus, aber ein wenig Schlamm! Jetzt herrscht gerade Ebbe zur Springzeit (Für Nichtsegler: Zur Vollmond- und Leermondzeit ist die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser am höchsten). Weil hier die Hafenmauer auch bei normalem Wasserstand recht hoch ist, wird das Ein- und Aussteigen aus dem Schiff über die Gangway heute zur reinsten Kletterpartie!

 

Um 08:45 Uhr kurven wir, zusammen mit vielen anderen Schiffen vor der Drehbrücke und warten gespannt darauf, dass sie geöffnet wird. Pünktlich um 09:00 Uhr wird der Verkehr auf der Hauptstrasse nach Mali Lošinj angehalten und die Brücke weggedreht. ASANA und die anderen Schiffe können nun den Privlaka-Kanal passieren. Dieser ist nur 7 m breit und 2.5 m tief. Im Kanal selber und auch danach ist das Wasser stark aufgewühlt vom entgegenkommenden Wind, der Strömung und den vorausfahrenden Schiffen. Ich gebe dreiviertel Gas, um mit möglichst viel Schwung sicher durchzukommen. ASANA wird arg durcheinander geschüttelt!

 

Nach der Durchfahrt durch den Kanal setzen wir sofort Segel und kreuzen bei einem schönen Nordwind in Stärke 3 – 4 und abnehmendem Seegang Richtung Osor. Dieses Mal gefällt es mir am besten, wie ASANA mit bis zu 7 Knoten am Wind läuft! Kurz nach 11 Uhr können wir in der Bucht von Osor die Segel bergen und ASANA an einer Boje vor der Drehbrücke festmachen. Mit Cres haben wir die 17. kroatische Insel unserer Reise erreicht! Am Abend bestelle ich per Internet von ASANA aus die Bahnbillette für die Rückreise. Seit einigen Tagen ist für heute starke Bora angesagt. Erst in der Nacht rütteln die ersten Böen am Rigg! (Toni)

 

 

So 23.06. – Mo 24.06.2013: Segeln, wie Kamelreiten, von Mljake (Insel Ist) nach der Insel Lošinj, Hafentag in der Marina Lošinj

 

19. Fahrttag (29 sm, 23 sm davon gegen Wind und Dünung aufgekreuzt)

 

Nach einer einzigen Nacht in der ruhigen Bucht Mlijake auf Ist nabeln wir uns um 07.00 Uhr von der Boje ab. Die See ist noch sehr flach, aber schon eine halbe Stunde später kreuzt ASANA gemütlich bei NW-Wind Richtung Insel Silba. Zwei Delphine geben ein ganz kurzes Gastspiel! Der Wind dreht langsam auf West, pegelt sich auf 2 – 3 bf ein, und nach einigen Wenden verabschieden wir uns von Dalmatien und segeln in Kvarner-Gewässern.

 

Nach und nach baut sich eine lang gezogene Welle auf, und wir fühlen uns fast wie auf dem Rücken eines zufriedenen Kamels!

 

Die Fahrt durch den Kanal zwischen den Inseln Ilovik und Sv. Petar passieren wir mit Motor, der Sicherheit wegen. So können wir uns in Ruhe umsehen und das hübsche Städtchen Ilovik bewundern. Kaum raus aus dem Kanal setzen wir wieder die Segel und bereits um halb zwei Uhr sind wir an der Mooring der Marina Lošinj, wieder mal mit Wasser und Strom, festgemacht. Es ist heiss. Trotzdem raffen wir uns auf und kaufen in der nahen Stadt Mali Lošinj nach neun Tagen einige Frischwaren ein.

 

Es ist definitiv  n i c h t  mein Tag! Ich spüre den gestrigen und den heutigen Segeltag in allen Knochen und Gelenken! Kaum ist die Sonne untergegangen, verziehe ich mich in die Koje!

 

Toni ist noch zwäg und arbeitet am Laptop, schreibt, mailt, bearbeitet Fotos usw.!

 

Montagmorgen, juhuiii, Regen, Blitz und Donner, kein Wecker um fünf oder sechs Uhr! Gemütlich duschen und Haare waschen in der modernen Marina, Brunch wieder einmal in der Kabine und die nur knapp 22 Grad Lufttemperatur geniessen. Wie das so ist im Süden: kurz nach Mittag verschwinden die Wolken, und die Sonne strahlt, als wäre nichts gewesen!

 

Wir marschieren über die Drehbrücke in die Stadt, bummeln durch engste Gässchen, steigen über zig Treppenstufen bis zum alten Fort und geniessen zuoberst die Aussicht auf die Inseln Pag, Rab und auch Cres, unser Ziel Ende Juni! Ohne sladoled, ein feines Glacé, schafft Toni das alles nicht! Mir geht’s heute wieder ganz gut, und ich freue mich auf die morgige Weiterreise nach Osor auf der Insel Cres! (Lina)