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Unser Route mit ASANA im September 2012 (Tropea I - Korfu GR - Sarandë ALB)

Di 11.09.2012: Herrliches Segeln durch den Golf von Gioia von Tropea nach Scilla

 

32. Fahrttag (30 sm): Heute wollen wir auslaufen! Vorher um 09.00 Uhr sollte ein Mitarbeiter der Sunsail eintreffen, um Toni zum zweiten Mastgang raufzuziehen. In luftiger Höhe müsste der von Toni reparierte Windsensor wieder montiert werden. Die Hilfe trifft bis 10.30 Uhr nicht ein, wir laufen aus! Nach gut zwei Stunden unter Motor können wir bei 2 – 3 Bf. erstmals nach langer Zeit wieder Segel setzen. Gemütlich gleiten wir der abwechslungsreichen kalabrischen Küste entlang, und um 16.25 Uhr liegen wir fest an einer Boje in Scilla. Das pittoreske Städtchen, direkt ans Wasser und den ganzen Hang hinauf gebaut, zieht uns an. Das im Liegegeld enthaltene angebotene Bootstaxi macht uns die Überfahrt leicht. Über unzählige Treppen und Gässchen erreichen wir die Anhöhe mit herrlichen Ausblicken, u.a. auch auf die Insel Sizilien! In der Dunkelheit bringt uns das Bootstaxi wieder zurück zur schaukelnden ASANA. (Lina)

Mi 12.09.2012: Spannendes Segeln durch die Strasse von Messina von Scilla nach Reggio di Calabria

 

33. Fahrttag (14 sm): Die für heute geplante Route ist nur kurz, 14 sm bis Reggio di Calabria. Dennoch starten wir um 09.40 Uhr, um 10.00 Uhr setzen wir das Gross-Segel zur Unterstützung, um 10.30 Uhr auch die Fock, und nehmen Kurs auf zur Strasse von Messina. Ich sehe dieser Passage mit Respekt entgegen, habe ich doch schauerliche Geschichten gelesen von Strudeln, starken Strömungen und möglichen Fallböen. 1 -2 Knoten Strömung zeigt unser GPS an, mal von vorne, mal von hinten. Auch leichte Strudel und mässige Böen können uns die Freude nicht verderben! Heute ist uns das Schicksal hold! Es wird eine herrliche, rassige Fahrt, und ich bedaure es, dass wir schon um 12.00 Uhr die Segel bergen und in den Hafen von Reggio di Calabria einlaufen. Es ist kein beschaulicher, schöner Ort; hinter der Hafenmauer lauter Fährbetrieb, auf der anderen Seite der Bahnhof S. Caterina und mehrere lärmige Strassen! Sobald Toni W-LAN-Empfang hat, studieren wir die morgigen Wetteraussichten und beschliessen, zu nachtschlafener Zeit, um 04.00 Uhr, zu den 60 sm nach Roccella Ionica aufzubrechen. 60 sm deshalb, weil der einzige Hafen auf dieser Strecke komplett versandet ist! (Lina)

Do 13.09.2012: 1. Nachtschlag von Reggio di Calabria aus und stürmische Ankunft in Roccella Jonica

 

34. Fahrttag (70 sm): Eine Lerche bin ich definitiv nicht! Mit viel Mühle und unter Stöhnen krieche ich kurz nach 03.00 Uhr aus der Koje. Nun Fender verstauen, Anlegetaue mit Federn und Ketten abmontieren und zuletzt die Gangway in die Backskiste packen! Aus dem hell beleuchteten Hafen fahren wir hinaus auf das dunkle Meer. Sehe ich dort rechts ein Licht? Und dort links, sind das drei Lichtlein? Das A.I.S. gibt Auskunft: nach einiger Zeit gleitet erst majestätisch ein prachtvoll illuminierter Kreuzfahrer und dann ein Frachter mit seiner vorgeschriebenen Minimalbeleuchtung (die drei Lichtlein!) an uns vorüber! Mit frohem Herzen begrüsse ich die Morgendämmerung. Bald schon können wir Segel setzen; über den Verlauf dieses Segeltages berichtet unten Toni. Im Laufe des Nachmittags erfordern teils böiger Wind und Wellen aus verschiedenen Richtungen hohe Konzentration am Steuer. Ich hab’s eben noch nicht so im Gefühl wie Toni, doch auch er ist nach 70 sm glücklich, noch rechtzeitig vor den nahenden Gewitterböen in den schützenden Hafen von Roccella Jonica einzulaufen, wo deutsche und französische Segler spontan und hilfsbereit beim Anlegemanöver mit anpacken. Danke, merci! (Lina)

 

Zur Ergänzung noch einige navigatorische Daten aus dem Logbuch:

04:10 h: Ablegen und auslaufen. Kurs Süd (zuerst 220o dann 183o).

05:00 h: GPS zeigt regelmässig 1 – 2 Knoten Strom mal von vorne, mal von hinten.

06:00 h: Überqueren 38. Breitengrad und gehen auf Kurs 150.

07.00 h: Capo del Armi querab. Ätna im Dunst sichtbar, Sonne geht auf. Ein grosser Zweimaster kreuzt uns.

07:30 h: Landwind 2 – 3 aus Ost. Wir setzen Gross und Fock und stellen Motor ab.

09:00 h: Kurs Ost (90o) Wind dreht herum. Landwind, jetzt aus Nord kämpft noch gegen ankommenden SW-Wind. Bis 09:50 h unterstützen wir die Fahrt mit Motor.

10:13 h: Mit dem Runden des Capo Spartivento hat ASANA den südlichsten Punkt (37o 54‘ N / 16o 03.8 E) der diesjährigen Reise erreicht. Wir genehmigen uns ein Cüpli. Der SW-Wind hat unterdessen auf 3 – 4 Bft. aufgefrischt. Wellen in der Höhe von 0.5 – 1 m bauen sich auf.

12:00 h: Capo Bruzzano querab. Gute Windstärke 4 und Wellen mind. 1 m. Setzen ein Reff ins Gross.

13:00 h: Rollen die Fock ein. Sie schlägt trotz Barberholer zu sehr. Q-Wende bei Position 38o 5.6‘ N / 16o 10.4 E.

14:00 h: Wind dreht auf S und frischt auf Stärke 5 auf. Wellen 1.5 m. Können Fock wieder ausrollen. ASANA gleitet mit bis zu 10.6 Knoten die Wellen hinunter! Was für ein Segelspass! Das Steuern erfordert hohe Konzentration.

15:30 h: Wind dreht wieder auf SW. Q-Wende bei Position 38o 15.3 N / 16o 26.6 E. Roccella Jonica liegt nur noch 4.5 sm vor uns.

16:15 h: Segel bergen vor dem Hafen. Die Einfahrt mit den vorgelagerten Sandbänken ist tückisch. Meine Anfrage bei der Guardia Costeria wird positiv beantwortet. Wir können einlaufen. Gashebel runter, „Augen zu“ und über die kleinen Brechen sausen!

16:30 h: Glücklich atmen wir im sicheren Hafen auf.

17:00 h: ASANA ist gut vertäut am Schwimmsteg.

Zurückgelegte Distanz heute 70 sm, davon 44 sm gesegelt und 26 sm mit Motor.(Toni)

Di 18.09.2012: 2. Nachtschlag durch den berüchtigten Golf von Sqillace von Rocella Jonica nach Crotone

 

35. Fahrttag (64 sm): Tages-Skipper ist heute Beni, Toni Navigator. Pünktlich um 3.00 Uhr laufen wir bei ruhiger See aus, und bereits um 03.50 Uhr setzen Beni und Toni die Segel. Von all dem bekomme ich nichts mit, weil mir die beiden grosszügig einen Nachschlaf gewähren. Bei bewegter See im Golf von Sqillace, bei Seglern „Sqillace, der Mistkerl“ genannt, versagt die Halterung des Salontischs bei einem von Toni’s regelmässigen Logbucheinträgen ihren Dienst und kippt müde auf die Steuerbordseite gegen die Sitzbank!!! Nach fünf Stunden herrlichstem Segeln macht sich der Wind leise davon; wir rollen die Fock ein, starten den Motor und nutzen das Gross-Segel zur Stabilisation. Beim Capo Rizzuto querab bergen wir auch dieses. Erstmals in diesem Jahr kreuzen wir eine Segelyacht unter Schweizer Flagge! Glücklich laufen wir nach 11 ½ Stunden und 64 zurückgelegten sm, davon 29 unter Segel, vorbei an den vier eindrücklichen Gasbohrinseln in den Hafen von Crotone ein.

 

Noch ein kurzer Abschiedsapéro bei Richard und Inge, welche morgen hier in Crotone ihren Katamaran auswassern und nach Hause fahren! Auf ASANA ein kleines Nachtessen und letzte Vorbereitungsarbeiten für den Start morgen um ca. 04.00 Uhr nach Santa Maria di Leuca, dann ab in die Kojen! (Lina)

Mi 19.09.2012: 3. Nachtschlag durch den bei Seglern gefürchteten Golf von Taranto von Crotone nach Santa Maria di Leuca

 

36. Fahrttag (75 sm): Heute ist Toni Skipper, Beni Navigator. Nach vorgängigem intensivem Wetterstudium entscheiden wir uns, die von vielen Seglern gefürchtete Fahrt durch den Golf von Taranto unter den Kiel zu nehmen. Nach dem „Abnabeln“, d.h. Verstauen der Gangway, werfen wir um 03.55 Uhr die Leinen los und starten bei ruhiger See in die sternenklare Nacht. Ein wunderbarer Sonnenaufgang lässt uns wieder mal staunen über die Schöpfung! Kurz vor 10 Uhr „lädt die See zum Bade“, die Wassertiefe von über 2‘000 m lässt uns an die vielfältigen Lebewesen denken, welche auch in dieser Tiefe und Dunkelheit existieren können. Nun frischt der Wind auf, und wir setzen das Gross und den Gennaker. Um 13.00 Uhr wechselt die Windrichtung; wir bergen den Gennaker und setzen die Fock. Delphine, Delphine! Drei Mal ziehen sie in unsere Nähe, lassen uns ihre spielerische Art bewundern, ihr Gleiten auf unserer Bugwelle! Danke für dieses grosse Geschenk!

Heute Mittwoch überqueren wir unter Segel den 18. Lägengrad und erreichen wir zusammen mit Beni den südöstlichsten Punkt von Italien und unserer Reise, das Capo Santa Maria di Leuca. ASANA zeigt nun einen Logstand an von 1500 sm auf dem Meer! Der Wind hält durch; erst vor der Hafeneinfahrt bergen wir die Segel. Um 17.55 Uhr liegt ASANA nach 75 zurückgelegten sm (39 sm unter Segel) und nach über 14 Stunden vertäut im sicheren Hafen von Santa Maria di Leuca. Bei feinen „Ziger-Höräli“, von Beni mit viel Liebe zubereitet, lassen wir den herrlichen Tag nochmals Revue passieren… (Lina)

Sa 22.09.2012: 4. Nachtschlag: Heisser Segelritt durch die Stasse von Otranto von Santa Maria di Leuca (Italien) zur Ormos Ammos auf der Insel Othonoi (Griechenland)

 

37. Fahrttag (50 sm): Der Wecker klingelt um 4 Uhr und bereits um 4:50 Uhr sind alle Checks erledigt. Die Maschine wird gestartet und wir laufen aus dem Hafen von Santa Maria di Leuca aus. Der erste Versuch scheitert, weil wir mitten in der Hafenausfahrt auf eine Sandbank auflaufen! Dies ist ganz typisch für die italienischen Häfen. Durch Stürme verändern die Sandbänke laufend ihre Position. Mit Vollgas rückwärts retten wir uns aus der misslichen Lage. Bereits um 5:30 Uhr sind wir unter Segel auf Kurs Richtung Othonoi durch die Strasse von Otranto, welcher viele Segler Respekt entgegenbringen und welche bei den Albanern, wegen der vielen Flüchtlingsopfer, „Kanal der Tränen“ genannt wird. Der Wind bläst aus NNW in Stärke 2 – 3 und der Seegang hat die Höhe 2. In der Morgendämmerung verschwindet das uns in den letzten Monaten und Wochen liebgewordene Italien in der Ferne und wir können wir die Berge hinter der albanischen Küste klar erkennen. Etwa um 9.00 Uhr sichten wir die Insel Korfu! Ein einziges Mal begegnen wir einer Segelyacht, dann wieder stellen wir einen tip-topen Kollisionskurs mit einem Frachter fest. Er fährt seinen Kurs weiter, wir weichen aus „Der Gschiider git nou!“, oder? Um die Mittagszeit erreicht ASANA mit ihrer Crew griechische Gewässer; die italienische Gastflagge hat ihre Aufgabe erfüllt. Freudig und mit einigem Hallo hissen wir steuerbords die griechische Gastflagge! Der Wind hält durch; mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 kn und einer Höchstgeschwindigkeit von 9,2 kn beim Wind, einer Windstärke zwischen 2 -4 bf. und Seegang 2 – 3  mit regelmässigen Kreuzseen empfinden wir die heutigen 50 sm als herrlichen Segelspass! 48 sm gesegelt ohne ein einziges Manöver (fast wie Zürichsee, oder nicht?). Schon um 13.45 Uhr fällt in der Bucht Ormos Ammos auf 4 m Wassertiefe der Anker, und wir freuen uns aufs Bädli im 27o warmen, klaren und türkisfarbenen Wasser. (Lina)

So 23.09.2012: Überfahrt Insel Othonoi zur Ormos Kalami auf Korfu

 

38. Fahrttag (30 sm): Nach einer super ruhigen Nacht vor Anker laufen wir um 07.25 Uhr aus. Kein Lüftchen regt sich; zum Glück gibt’s auf ASANA einen zuverlässigen Motor! Und es bleibt so; uns Drei bleibt genügend Zeit, die unbekannte Umgebung zu bewundern. Um 12.00 Uhr passieren wir die engste Stelle zwischen Griechenland und Albanien, nur etwa 2 km breit, und schon um halb zwei lassen wir in der Ormos Kalami, einer kleinen, hübschen Bucht, nur ca. 10 sm von der Stadt Korfu entfernt, auf etwa 8 m Tiefe den Anker fallen. Auch hier lädt uns das 27o warme Wasser zum Bade ein! Der von Beni am Morgen geknetete Hefeteig gedeiht wunderbar; das berühmte Beni-Pizzabrot am frühen Abend, so gar nicht mediterrane Zeit, lässt uns ein folgendes Nachtessen voll vergessen. Danke, Beni, Du hast meine Angst vor dem Gasbackofen in alle Winde zerstreut!

In der Dunkelheit beim Gutnacht-Drink im Cockpit klingen leise Bouzouki-Klänge aus einer Taverne am Ufer zu uns herüber: wir sind mit ASANA wirklich in Griechenland! (Lina)

Mo 24.09.2012: Gemütliches Amwindsegeln von Ormos Kalami auf Korfu nach der Limani Mandraki in Korfu

 

39. Fahrttag: 10 sm liegen nur noch vor unserem heutigen Ziel! Kein Grund, mitten in der Nacht aufzubrechen! Nach einem gemütlichen Morgenkaffee lichten wir um 09.35 Uhr den Anker; 20 Minuten später setzen wir Gross und Fock. Bei 1 – 2 bf. segeln wir gemütlich am Wind bis vor die Stadt Korfu. Dabei lernt Beni, nach über 200 sm geradeaussegeln mit ASANA, auch noch die Vorteile der Wendemanöver mit der Selbstwendefock kennen! Verschiedene Häfen liegen vor uns, aber irgendeine Kraft zieht uns kurz vor 13.00 Uhr magnetisch in den Hafen des Yacht-Clubs von Korfu. Er ist klein, hübsch, beschaulich, liegt unterhalb des riesigen, eindrücklichen Forts und dazu erst nur etwa 3 Minuten von einem winzig kleinen Strand entfernt. Was wollen wir mehr? Einheimische Yachten und vor allem englische Langzeitsegler liegen hier. Nicht verwunderlich, war doch Korfu fast 50 Jahre lang eine britische Kolonie. Die frühe Ankunft animiert uns zu einem ersten Spaziergang durch die abenteuerliche Altstadt von Korfu, welche im Jahre 2007 ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Ein Nachtessen in einem der vielen Strassenrestaurants mit hauptsächlich einheimischen Gästen rundet den letzten Abend mit Beni ab! (Lina)

Fr 28.09.2012: Segeln vom Feinsten von Korfu (GR) nach Sarandë (ALB) durch die Meeresenge zwischen Griechenland und Albanien

 

40. Fahrttag (16 sm): Heute nehmen wir die kurze Überfahrt von Korfu in Griechenland nach Sarandë in Albanien unter den Kiel. Etwas wehmütig, aber wie geplant, legen wir um 10:00 Uhr von der malerischen Limani Mandraki ab und lenken ASANA auf Kurs 10 Grad durch das flache Wasser. Kein Lüftchen regt sich. So schalten wir um 11:00 Uhr eine Bade- und Essenspause ein. Um 12:Uhr, gerade haben wir unsere 1600. Seemeile mit ASANA auf dem Meer zurückgelegt, setzt ein leichter NW-Wind ein. Freudig setzen wir die Segel und geniessen die leise Fahrt von ASANA.

 

Um 12:40 Uhr verlassen wir nach 17 ½ Monaten die EU und fahren in albanische Gewässer ein. Mit einer Yacht unter Schweizer Flagge dürfen wir höchstens 18 Monate in der EU unterwegs sein, sonst würden Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer fällig! Wir setzen unter der Steuerbordsaling die albanische Gastflagge und die gelbe Flagge "Q" zum Zeichen, dass wir in Albanien einklarieren wollen. Früher setzte man diese Flagge auch zum Zeichen, dass alle Personen an Bord gesund sind und das Schiff somit nicht in Quarantäne muss! Die Stadt Korfu verschwindet langsam im Dunst und vor uns breitet sich die Stadt Sarandë aus. Der Wind nimmt stetig zu. Nun zeigt ASANA ihre Stärke. Bei 3 Windstärken gleitet sie bei 40 Grad am Wind mit 5.5 bis 6 Knoten Fahrt. Wir jubeln! Herrlich, dieses Segelerlebnis! Viel zu schnell sind wir vor dem Hafen Sarandë, der einer riesigen Baustelle gleicht! Offensichtlich wird hier ein neuer Fährhafen gebaut. Finden wir wohl einen Platz? Nach der Baustelle öffnet sich eine kleine Einbuchtung. Dort steht links ein kleines, altes Tragflügelboot. Auf der rechten Hafenmauer winken uns zwei Herren herein und helfen beim längsseitigen Anlegemanöver zum einzigen Gästeplatz. Es stellt sich heraus, dass einer der beiden Niko heisst und ein Mitarbeiter des hiesigen Hafenagenten ist, bei dem wir uns per Mail angemeldet haben (albanische Kuriosität). Der andere ist der Migrationspolizist Nr. 05955, Fermann, der Stadt Sarandë, welcher alle An- und Ablegemanöver von Schiffen beobachtet. Beide sind sehr zuvorkommend und machen uns u.a. darauf aufmerksam, dass wir alle Uhren wieder eine Stunde zurückstellen sollten! Sie zeigen uns die Elektrisch- und Wasseranschlüsse wie auch das WC im Zollgebäude und geben uns, zu unserem Erstaunen, das Passwort für das W-LAN. Spontan fährt Niko mit mir sogar durch die halbe Stadt auf der Suche nach einem Übergangsstück, weil unser Elektrisch-Stecker hier in Albanien nicht passt! Die Furcht vor der albanischen Bürokratie erweist sich als unbegründet. Wohl ist man, als einlaufende Yacht, verpflichtet einen Agenten aufzusuchen, dieser erledigt jedoch alle Formalitäten wie das Einklarieren, die Zollformalitäten und die Navigationsbewilligung für Albanien, was uns inklusive der ersten Übernachtung 50 Euro kostet.

 

Der Unterschied zum Hafen von Korfu könnte kaum grösser sein! Hier sind wir das einzige Gastboot, dort liegen Dutzende von Langzeitseglern! Hier wartet nur eine kleine, alte Fähre, in welcher gerade ein Personenwagen Platz findet, dort drüben zwei bis drei Kreuzfahrtschiffe und ein halbes Dutzend Fähren, welche Tausende von Touristen für die Stadt- und Inselbesichtigung ausladen! Hier ein Muezzin, der zum Gebet aufruft, dort Glocken von unzähligen Kirchen, welche die Gläubigen zum Gottesdienst einladen! Hier rattern alte Mercedes durch die Strassen, dort stauben die Chauffeure ihre blitzblanken, neuen Mercedes mit Wedeln ab! Hier Einheimische, welche in den Gassen und Lokalen laut diskutieren! Dort geführte Reisegruppen und Touristen, welche sich durch die Einkaufsstrassen schlängeln! Dort hat uns der Charme des Orts begeistert, hier fasziniert uns der leicht orientalische Hauch!

 

Bei einem griechisch-stämmigen, albanischen Wirt lassen wir uns am ersten Abend hier mit einem grossen, gemischten Salat, einem feinen Fisch und einheimischem Weisswein verwöhnen. (Toni)

 

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