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Erlebnisse der ASANA-Crew im August 2011

 Montag, 29.08.2011: Auswasserungstermin innert 10 – 20 Minuten!

 

Um 11:35 h kommt Herr Berings, der Direktor vom Port Napoléon, und teilt uns mit, dass wir in 10 Minuten einen Auswasserungstermin für ASANA hätten! „Unmöglich, innert solch kurzer Zeit das Schiff am Kran zu haben“, entgegnen wir. Nach Rücksprache mit dem Kranführer gewährt er uns 20 Minuten. Wer eine Segelyacht besitzt, weiss was dies bedeutet! Mit vereinten Kräften der Crews von Nachbarbooten schaffen wir es, und ASANA steht bereits um 12:15 h auf dem Trockenplatz. Dank meinem Spezialschuh und den verordneten Schmerzmitteln schaffe ich die 3 m Leiterstufen auf das Deck von ASANA, wo ich in Ruhe alle Arbeiten zum Einwintern von ASANA vornehmen kann. Lina hat in dieser Zeit grosse Wäsche. Ein Teil der Wäsche trocknet schnell in ungewohnt luftiger Höhe, der andere Teil sehr langsam (3 Stunden) im Tumbler der Capitainerie. Um 20:00 h haben wir alles erledigt, das Auto gepackt, uns von den Stegnachbarn und von ASANA verabschiedet. Heute fahren wir noch bis nach Valence. Dank dem automatischen Getriebe unseres Autos und der Verletzung am linken Bein geht dies sehr gut. (Toni)

 

 

Sonntag, 28.08.2011: Termin für das Auswassern von ASANA

 

Die Marina gibt uns erst auf Dienstag, 30.08.2011, 15:30 Uhr einen Krantermin zum Auswassern des Schiffs. Sollte ein früherer Termin möglich sein, werden wir informiert. Wir beginnen damit, das Schiff für die vorgesehene Lagerung über den Winter bereit zu stellen. Eine mühsame Arbeit mit einer gebrochenen Zehe! Michael hilft uns, die Fock zu bergen und zu verstauen. (Toni)

 

 

Samstag, 27.08.2011: Die Zehe muss in der Schweiz operiert werden!

 

Beim Apotheker holen wir den Spezialschuh und Leihstöcke ab. Damit kann ich mich einigermassen bewegen. Das Röntgenbild bestätigt, dass die grosse Zehe gebrochen ist. Ich werde zur Abklärung an die Clinique de l‘Etang de l’Olivier in Istres verwiesen. Dort zeigt die Untersuchung, dass mein Zehe am Gelenk kompliziert gebrochen und damit eine Operation erforderlich ist. Diese wollen wir, versteht sich, bei einer Rekonvaleszenz-Zeit von vielen Wochen, in der Schweiz ausführen lassen.

 

Sehr traurig und schweren Herzens entscheiden wir, unseren Segeltörn für dieses Jahr abzubrechen, das Schiff hier in der Marina des Port Napoléon an Land zu stellen, einzuwintern und nach Hause zurück zu fahren. Die psychischen Schmerzen tun mir weit mehr weh als die physischen! (Toni)

 

 

Freitag, 26.08.2011: Die Zehe ist gebrochen!

 

 

Die Kontrolle beim Kardiologen im Centre Medical von Port-Saint-Louis-du-Rhône bringt keine neuen Erkenntnisse. Eine Ärztin dort untersucht meine Zehe und vermutet, dass sie gebrochen ist. Ich erhalte ein Rezept für Medikamente, Verbandsmaterial und einen Spezialschuh sowie einen Röntgen-Termin für morgen. (Toni)

 

 

Mittwoch, 24.08.2011: Unfall im Port Napoléon

 

Wir haben uns unterdessen gut an das Klima hier gewöhnt und entschliessen uns, wenn Wind und Wetter stimmen, unsere Reise Richtung Westen anzutreten. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, das Material geprüft und die Fock (Vorsegel) angeschlagen und eingerollt. Später geniessen wir gemütlich bei einem Glas Rosé, zusammen mit Petra und Michael, welche wir zu einem Begrüssungsapéro eingeladen haben, den schönen Abend.

 

Kurz nach 19:00 Uhr stürze ich im Schiff. Anhand von Schmerzen in der grossen Zehe des linken Fusses stelle ich fest, dass ich mich offensichtlich verletzt habe. Dr. Max . . ., ein pensionierter Arzt, welcher an seiner Segelyacht arbeitet, ist schnell zur Stelle. Er kontrolliert meinen Blutdruck und Puls, welche ok sind, und hilft, die verletzte Zehe an die Nachbarzehe zu fixieren. Seine Diagnose für meinen Sturz: Dehydration durch zu wenig trinken!

 

 

Seglerbeichte Nr. 2

 

C.F. Meyer sagte einmal: „Schicksal ist das Ergebnis unserer eigenen dummen Streiche!“ Ja, ich muss mich an den Ohren nehmen! Ich habe in den letzten Tagen bei der bestehenden Hitze offensichtlich zu wenig getrunken und bin deshalb unkontrolliert gestürzt! Ferner habe ich selbst meine Praktikanten für den Hochseeschein immer wieder gemahnt, zum Schutz gegen Verletzungen der Zehen beim Herumsteigen auf dem Schiff stets Schuhe zu tragen! „Durch Schaden wird man klug“, oder? Ich verspreche auf jeden Fall, den „Lehrblätz“ ernst zu nehmen. (Toni)

 

 

So-Di / 21.-23.08.2011: ASANA bereitstellen und uns anklimatisieren

 

Wir entscheiden, einige Tage für das Anklimatisieren hier zu verbringen. Dabei lernen wir unsere lieben Stegnachbarn Ruedi und Lilian mit ihrer schönen Segelyacht SHIVA vom Typ Owni 45 bei einem gemütlichen Apéro mit feinem Rum näher kennen. Sie erzählen uns Spannendes über ihre sechsjährige Weltumsegelung, welche hier mit dem Verkauf der Aluminiumyacht zu Ende geht. Petra und Michael wassern ihre Bavaria 40 Vision ein. Über das Internet haben wir uns kennen gelernt. Wir haben ihnen den Port Napoléon für das Einwassern und Mast stellen empfohlen. Den Nachmittag verbringen wir jeweils an der riesigen, 10 km langen Plage Napoléon, mit baden und unter dem schützenden Sonnenschirm. Das Internet funktioniert wieder mit Hilfe der kleinen Aktivantenne am Fenster ab dem Kartentisch. (Toni)

 

 

Sa, 20. August 2011, Einwassern von ASANA im Port Napoléon (Port-Saint-Louis-du-Rhône)

 

Nach total 1000 km Autofahrt erreichen wir wieder den Port Napoléon in Port-Saint-Louis-du-Rhône. Es ist sehr heiss hier. Wir bereiten ASANA für das Einwassern vor. Wieder erleben wir, mit welcher Routine die Mitarbeiter hier im Hafen mit Schiffen umgehen! Um 16:00 Uhr wird ASANA pünktlich wieder ihrem Element, dem salzhaltigen Nass, übergeben. Wir beziehen den Gästeplatz E24 und freuen uns, in unserem schwimmenden Zuhause wieder heimisch zu werden. (Toni) 

 

 

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