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Traumhafte Inseln Porquerolles und Port-Cros

Fr 24.06.2011: Palmengarten auf der Insel Porquerolles

 

Wie froh bin ich über den sicheren Hafen! Über Nacht von gestern auf heute hat sich der Mistral zwar recht anständig benommen! Nun, im Laufe des Morgens, fährt er wieder mit all seiner Energie ein! Um dem Heulen für eine Weile zu entkommen, schlage ich Toni einen Spaziergang vor. Fast mitten im Dörfchen befindet sich auf rund einer Hektare ein Palmengarten. Verschiedenste Palmen aus aller Welt fühlen sich da wohl. Kaktusse mit Blüten und Früchten, Rosmarin, Lavendel, bunte Blumen und dann die Zikaden! Welch ein grandioses Konzert in den unterschiedlichsten Bäumen! Manchmal versteht man sein eigenes Wort nicht mehr! Der Unterschied in der Vegetation im Vergleich zur zweiten Hälfte Mai ist frappant. Der Oleander in allen Schattierungen zwischen weiss und dunkelrot steht in voller Blüte! Unbekannte Düfte schmeicheln um die Nase, und dies nicht nur im Palmengarten, sondern in allen engen Gässchen und Wegen. Im Garten von Emmanuel Lopez sind inzwischen die Pfirsiche fast reif, die Maulbeeren bis auf einige wenige Bäume nicht mehr vorhanden, die Feigen am Wachsen, nur an den Olivenbäumen finden wir keine Früchte!

 

Im Park spüren wir fast keinen Wind! Schon in der Nähe des Hafens packt er uns wieder, der Mistral! Es geht gegen Freitagabend, mehrere Segelschiffe und auch grosse Motoryachten suchen einen sicheren Platz für die Nacht. Nicht allen gelingt es! Bei diesem Starkwind ein Anlegemanöver durchzuführen, erfordert viel Erfahrung, viel Mut und auch sehr viel Glück! Bootsnachbarn eilen zu Hilfe, natürlich auch, um das eigene Schiff zu schützen! Hafenkino? Ja, gerne, aber nur bei leichtem Wind und ohne Böen mag ich da zusehen. Heute tut mir jede Crew von Herzen leid, die noch keinen Platz für die Nacht gefunden hat! A la prochaine! (Lina)

 

  

Mi 25.05.2011: Rundwanderung auf der Insel Port-Cros

 

Der karibische Eindruck, den die Insel Port-Cros bei uns hinterlässt ist noch prägnanter als in Porquerolles! Ein weiteres kleines Paradies, welches in den 70er-Jahren zum Nationalpark erklärt wurde und zu welchem die französische Regierung durch rigorose Beschränkungen zu Land und zu Wasser Sorge trägt. (Toni)

Wir wechseln von der Boje an den Anlegesteg von Port-Cros, denn heute unternehmen wir zusammen mit Ernst und Silvia eine Inselrundwanderung. Der Weg geht als Lehrpfad über Stock und Stein, durch dichte Wälder hinauf auf Hügel von über 150 m Höhe und wieder hinunter zur felsigen Küste. Eine reichhaltige Fauna und Flora bietet sich uns, und immer wieder öffnet sich der Blick zwischen dem satten Grün auf das weite blaue Meer! Nach etwa drei Stunden erreichen wir den östlichsten Punkt der Insel. Von dort aus sieht man die Insel Levant, welche vor allem durch das Militär belegt ist. Wir geniessen ein erfrischendes Bad in der Bucht „Anse de Port Man“. Zurück wählen wir den zentralen Weg, welcher kürzer und bequemer ist. 5 Stunden, nachdem wir gestartet sind, erreichen wir müde, aber glücklich über das Erlebte, wieder den Hafen. (Toni)

 

 

Sa 21.05.2011: Wanderung auf der Insel Porquerolles

 

Richtung Südküste sind wir bereits gewandert, und die Nordostküste haben wir mit dem Velo erkundet. Heute zieht es uns zu Fuss, zusammen mit Ernst und Silvia, zur westlichsten Bucht der Insel, zur Plage de Langustier. Im unauffälligen, noblen Hotelkomplex von Langustier werden wir von Ernst und Silvia zu einem feinen Glas Rosé eingeladen und nachher geniessen wir ein Bad am Strand. Auf dem Rückweg drehen wir mit Kameramann Ernst bei einem Aussichtpunkt ein kleines Video speziell für Grosskinder. Mit einem französischen Raclette runden wir den Tag ab (weil Strom vorhanden, nicht ab dem Kerzen-Racletteöfeli!) (Toni)

 

 

Fr 20.05.2011: Velotour auf der Insel Porquerolles

 

Porquerolles ist auch eine Insel der Velos! An allen Ecken und Enden werden sie, wahrscheinlich zu Hunderten, zur Tages- oder Halbtagesmiete angeboten. Wir nutzen diesen herrlichen Freitagnachmittag, um mit einem brandneuen roten (!) Fahrrad, gestern noch ganz in Plastik verpackt, eine uns noch unbekannte Strecke zu erkunden. 21 Gänge, noch nie in meinem Leben habe ich auf einem solchen Luxusding gesessen! Durch Pinienwälder im Zwielicht, über teils holprige, teils sandige Naturwege geht’s vorbei an der Plage de Courtade zur Plage de Notre Dame. Immer wieder unterbrechen wir unsere Fahrt, um die unvergleichlichen Ausblicke aufs Meer, in die Weite zu geniessen. An der Plage de Notre Dame gibt’s einen Schwumm im etwa 20 – 21 Grad warmen, klaren Wasser: ein Zug für Gritli, ein Zug für Antoinette, zwischendurch mal einer für mich! Wir lassen uns von der strahlenden Sonne trocknen und nehmen mit neuem Elan den Rückweg unter die Pedalen! Zurück im Hafen, laden uns Ernst und Silvia, welche unterdessen mit ihrer Segelyacht „Antigua“ von Port Camargue her eingetroffen sind, zu einem erfrischenden Apéro ein. Danke Euch beiden! (Lina)

 

 

 

Do 19.05.2011: Botanische Führung auf der Insel Porquerolles

 

Bon jour à tous! Wie gestern ist auch heute Morgen für kurze Zeit der Himmel grau! Um 10.00 Uhr sind wir für eine botanische Führung angemeldet. Eigenartig: ein Polizist erwartet uns im Garten des „Maison du Parc“! Die Insel Porquerolles wurde im Jahre 1971 vom Staat erworben und steht heute unter Naturschutz. Da ist es ja nicht verwunderlich, dass der Dorfpolizist auch gleich die Führung übernimmt, nicht?

Mit viel Kompetenz, Engagement und Freude erklärt er den interessierten Teilnehmern die intensiven Anstrengungen, welche in Porquerolles seit Jahren unternommen werden, um die herkömmlichen alten Arten verschiedener Früchte mit ihrer ganz speziellen Lebenskraft, ihrem Aussehen und ihrem unterschiedlichen Geschmack zu erhalten. Auch wenn wir nicht alles wörtlich verstehen, sind wir fasziniert über die „Lebens“-Geschichten der Oliven-, Feigen- und Pfirsichbäume. Was für uns aber ganz neu ist, das sind die Maulbeerbäume! Rund 150 Sorten, von jeder Art drei Bäume, mit Beeren in verschiedenen Farben gedeihen in diesem Garten und alle dürfen wir unter Aufsicht des Dorfpolizisten kosten: schwarze wie Brombeeren, weisse mit einem rosa Schimmer und einem feinen Gout nach reifen Feigen! Mit fast vollen Bäuchen machen wir uns auf den Heimweg. Später am Nachmittag freuen wir uns wieder über ein „Bädli“ an der nahen Plage Courtade. Im milden Frühsommerabend lassen wir im Cockpit die Eindrücke der letzten Tage wieder aufleben und sind dankbar für jeden erlebten Augenblick! (Lina)

 

 

Mi 18.05.2011: Wanderung auf der Insel Porquerolles

 

Der Wind streicht leise über die Haut, der Himmel scheint wolkenverhangen, doch innert weniger als einer Stunde lacht wieder die Sonne! Nach einigen Yoga-Übungen und einem reichhaltigen Brunch machen wir uns auf die Socken und wandern der Südküste der Insel entlang über gut ausgeschilderte Wege zum „Phare“, dem grossen Leuchtturm der Insel. Nachts auf dem Meer ist sein Schein bis zu 29 Seemeilen, d.h. über 50 Km weit sichtbar! Nun, tagsüber sind wir nicht auf ihn angewiesen! Wir wandern auf teils schmalen Pfaden in duftenden Pinienwäldern, durchsetzt mit unbekannten gelben, weissen und roten Blüten, Kakteen, Stechpalmenarten, und immer wieder durch die Stämme hindurch findet sich ein unerwarteter Blick auf das tiefblaue Meer! Der „Schwumm“ im türkisfarbenen Wasser an der Plage Courtade erfrischt. Zufrieden und glücklich kehren wir zu unserer ASANA zurück. (Lina)

 

 

Di 17.05.2011: Zauberhafte Insel Porquerolles

 

Wir streifen durch Olivenhaine, Plantagen mit Pfirsichbäumen, Getreidefelder und Wiesen mit bunten Blumen, lauschen den vielen, uns unbekannten Vogelstimmen! Dieser Kontrast, nachher zum blauen Meer! Nun sitzen wir, nach mediterranem Eintopf und Cabernet Sauvignon, bei einer qualmenden Pfeife im Cockpit von ASANA. Der abendliche Himmel färbt sich im Westen purpurrot. Der grosse Wagen kommt über uns langsam aus dem dunkelblauen Himmel hervor und der Polarstern weist uns den Weg Richtung Norden, wo die Lichter von Hyères sichtbar werden. Ein Ankerlicht der Segelyachten nach dem anderen leuchtet auf. Die Hafenbeleuchtung blinkt wie jede Nacht monoton rot/grün und der Leuchtturm von Porquerolles zieht unbeirrt seine weissen Kreise in den Himmel. Die Nachtruhe wird nur durch den Gesang der Zikaden unterbrochen. Und nun kommt er in voller Pracht, der Vollmond, genau über dem Fort! Welch ein Tag – welch ein Abend! Wir danken unserem Schicksal, dies erleben zu dürfen! Allen wünschen wir eine gute Nacht (Toni)

 

Gestern und heute kommt Tonis poetische Ader voll zum Tragen! Schön, freut mich! (Lina)

 

 

Mo 16.05.2011: Traumhafte Insel Porquerolles

 

Wahrlich, ein kleines Paradies erleben wir hier! Ein Teil meines 20-jährigen Traums verwirklicht sich! Mit dem eigenen Schiff diese wunderschöne Insel anzulaufen und hier zu verweilen. Dank Lina, dass sie an diesem Abenteuer teilnimmt! Wir spazieren durch mediterrane Wälder, den schroffen Klippen und dem weissen Sandstrand entlang, entledigen uns der Kleider und schwimmen im türkisblauen Wasser! Im Hafen ist die Infrastruktur perfekt. Wir liegen 5 m hinter der Hafenmauer an einem Schwimmsteg mit eigenem Strom- und Wasseranschluss. Einkaufsmöglichkeiten sind nahe vorhanden und die teuren Restaurants können wir, dank unserer eigenen ausgezeichneten Küche, meiden. Heute bereitet Lina nach dem Apéro und einem Tomatensalat mit Feta, feine Tagliatelle mit der zweiten Hälfte der Meeresfrüchte von gestern zu. Der kitschig anmutende Sonnenuntergang mit dem aufgehenden Mond rundet das traumhafte Bild des Tages ab. (Toni)

 

 

So 15.05.2011: Spaziergang zum Fort der Insel Porquerolles

 

Diese klare, saubere Luft, diese Sicht, dieses von 7 – 8 Bft. aufgewühlte, tiefblaue Meer! Bin ich froh, dass wir nicht heute auf dem Seeweg irgendwohin müssen! Auch Toni geniesst diesen weiteren Hafentag, und wir „erklimmen“ das Fort Ste. Agathe. Weil es uns hier so gut gefällt, haben wir unseren Platz bis zum 24. Mai 2011 gebucht.

Zum ersten Mal in meinem Leben sitze ich bei Krängung im Hafenplatz vor einem PC bei einer Windstärke zwischen 7 und 8 Bft.! Um mich herum steigen verführerische Düfte auf: Toni kocht heute, wie meistens am Sonntag. Nach einem Apéro und einem griechischen Salat zaubert er ein aromatisches Risotto mit Meeresfrüchten hervor. Danke, Toni, ich geniesse es sehr! (Lina)

 

 

Sa 14.05.2011. Sonntagsmesse und Mistral auf der Insel Porquerolles

 

Wir besuchen in Dörfchen die „Sonntagsmesse“ um 10.00 Uhr. Auch diese Kirche besitzt keine Orgel und anscheinend auch keinen Kirchenchor, wie wir auch schon in Port St. Louis und Sanary-sur-Mer festgestellt haben. Die wenigen anwesenden Einheimischen singen ganz ungezwungen ihre Lieder, inzwischen verstehen wir sogar, dass morgen der Gut-Hirt-Sonntag ist! Zurück auf ASANA, frischt der berühmt-berüchtigte Mistral auf 6 – 7 Bft. auf und wir verstärken die Vertäuung. Das Heulen in den Wanten, welches ich auf dem oberen Zürichsee nie sehr freundlich begrüsst habe, wird zur Gewohnheit, und wir schlafen diese Nacht ruhig und tief. Was wir sonst so den ganzen Tag tun??? Wir üben das SEIN (und schreiben u.a. Berichte…)! (Lina)

 

 

Fr 13.05.2011: Ankerchaos auf der Insel Porquerolles

 

02.30 Uhr: der von Toni eingestellte Ankeralarm des GPS geht los! Der Wind hat seine Richtung um 180˚gewechselt, wir hören das Wasser an den Felswänden hinter uns plätschern. Weil der Wind aber noch sehr schwach ist, besteht noch kein Handlungsbedarf, also zurück in die gemütliche, warme Koje! 04.30 Uhr, Toni erwacht, weil sich der Ostwind schon ein bisschen in den Wanten bemerkbar macht. Vermutlich liegen wir zu nahe an den Felsen, also neues Ankermanöver „z’mitts i dr Nacht“! Unser neuer Liegeplatz befindet sich hinter dem Zweimaster „LIBERTE“. Inzwischen kündigt sich der neue Morgen an; wir brauen uns einen Kafi, beobachten das Verhalten von ASANA und des Zweimasters und freuen uns über einen phantastischen Sonnenaufgang. Alles scheint o.k., und wir verkriechen uns nochmals in die Koje. Das ist uns nicht lange vergönnt, nicht mal meine Füsse werden warm! Irgendein eigenartiges Geklapper weckt uns beide auf (unsere Schutzengel sind in voller Aktion!), und was sehen wir: die LIBERTE liegt nur noch wenige Meter vor uns! Offensichtlich slippt ihr Anker! Unter sehr schwierigen Verhältnissen bergen wir erneut unseren Anker, dessen Kette sich mittlerweile unter der LIBERTE befindet! Mit viel Glück holen wir die inzwischen ausgegebenen 50 m Kette rauf und fahren zur Bucht Courtade, wo wir bis Mittag ein wenig Ruhe geniessen. Am Nachmittag bergen wir den Anker und wechseln zum Gästeplatz PF 61 im Hafen von Porquerolles. (Lina) Gemäss Logbuch heute 2,4 sm zurückgelegt. (Toni)

 

 

Do 12.05.2011: Ankern auf der Insel Porquerolles

 

Wir parkieren um, an einen ruhigeren Platz näher am Ufer, weg von einem grossen „Pott“. Das wird uns noch ein wenig zu schaffen machen, aber das wissen wir jetzt noch nicht, und wir geniessen einen super Ankertag und schwimmen im sauberen, 20 Grad warmen Wasser! Abends ein kulinarischer Höhepunkt: Kabeljau-Filets gebraten, eigentlich bis heute kein schwieriges Menu, nur eigenartigerweise ziehen jetzt die Filets Wasser und dieses Wasser fängt an, zu schäumen. Mit „Dampf-Gumeli“ und gebratenen Zucchetti sieht der Teller ganz anmächelig aus, aber der erste Biss vom Fisch lässt auf einen hoffnungslos verliebten Smutje schliessen. Toni meint zwar, eher versalzen als verliebt! Des Rätsels Lösung: auf der nochmals hervorgesuchten und vorher nicht genau gelesenen Verpackung steht „salée, ca. 4 Stunden wässern, Wasser zwei Mal wechseln“! Ja, eben, die Brille…(Lina)

 

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Insel Porquerolles: Ankerbucht Plage d'Argent, wo wir zwei Tage, eine ruhige und eine unruhige Nacht verbrachten.