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Berichte aus Norddalmatien (Kroatien) 2013

Inseln Dugi Otok, Rava und Ist

Sa 22.06.2013: Sportliches Aufkreuzen von Paladinica (Insel Rava) nach Mljake (Insel Ist)

 

18. Fahrttag (26 sm, 21 sm davon gegen den Wind aufgekreuzt) Auszug aus dem Logbuch

 

 

Der Wecker schreckt mich unbarmherzig um 5 Uhr aus dem tiefen Schlafe auf. Eine halbe Stunde später wacht Lina vom Lied „JEDE BRUUCHT SY INSEL“ von Peter Räber, unterstützt durch einen Kaffee, langsam auf.

 

06:45 h: Alle Checks sind wieder vollständig erledigt, weil Wind und damit Segeln angesagt ist!

07:00 h: Leinen von der Boje los und unter Motor aus der schönen Bucht Paladinica auslaufen.

07:15 h: Wir passieren die kleine Ortschaft (70 Einwohner) mit dem Fährhafen Mala Rava.

07:30 h: Savar auf Dugi Otok zieht backbords vorbei.

08:00 h: Kap Lučina gerundet, die Insel Utra lassen wir backbords. WNW-Wind in Stärke 2 erlaubt, Segel zu setzen und im Žverinacki-Kanal am Wind aufzukreuzen.

08:20 h: 1. Wende beim Eiland Tatišnjak

08:45 h: 2. Wende hinter dem Eiland Sparečnjak südöstlich der Insel Zverinac.

 

ASANA ist jetzt total 2200 sm auf dem Meer unterwegs, davon in diesem Jahr 400 sm!

 

09:00 h: 3. Wende vor dem Eiland Magarčič vor Dugi Otok.

09:15 h: 4. Wende. Wir kreuzen durch die Bucht vor der Ortschaft Božava auf Dugi Otok. Hier waren wir mit Uschi und Reto vor neun Jahren mit zwei Charter-Yachten. Dies war damals der südlichste Punkt unseres Segeltörns!

Der Wind frischt auf Stärke 4 auf. Wir setzen das 1. Reff im Grossegel.

09:30 h: 5. Wende vor dem Kap Tubolj der Insel Zverinac. Böen in Stärke 5 lassen ASANA stark krängen. Wir setzen das 2. Reff im Grossegel. Nun läuft ASANA wieder sauber auf dem Ruder.

09:40 h: 6. Wende vor der Bucht Zagranica

10:05 h: 7. Wende vor der Bucht Jakiuska (Insel Molat). Nun segeln wir im offenen Meer. Die Wellen werden rau. Ab und zu schlägt der Rumpf von ASANA in ein Wellental!

10:40 h: 8. Wende auf 44o 11‘ N / 14 o 48.8‘ E. Der neue Kurs ist günstiger. ASANA segelt nun sanft durch die Wellen!

11:15 h: 9. Wende beim Eiland Knezacic vor der Insel Molat.

11:20 h: 10. Wende für den direkten Anlegekurs Richtung Kap Tureta. Noch an keinem Tag haben wir auf dem Meer so viele Wendemanöver durchgeführt wie heute! Das stundenlange Segeln mit Krängung und das „Bergsteigen“ bei jeder Wende ermüdet schon etwas!

11:35 h: Vor der Durchfahrt Prolaz i. L. Zapuntel zwischen den Inseln Molat und Ist fallen wir ab und bergen die Fock.

11:50 h: Wir zweigen in die grosse Bucht Mljake auf der Insel Ist ein, der 14. kroatischen Insel, welche wir anlaufen.

12:00 h: ASANA ist ordnungsgemäss mit beiden Leinen am Ring unter der Boje festgemacht. Nach diesem sportlichen Aufkreuzen haben wir das erfrischende Bad und den Einlaufdrink wirklich verdient.

 

Auch in dieser Bucht hat es keine Konoba! Aus diesem Grund ist es sehr ruhig hier. Keine lärmenden Chartercrews! Keine herumkurvenden Dinghys! Zuerst sind wir ganz allein. Dann legen nach und nach auch andere Yachten, vor allem Eignerboote, an den Bojen an. Von einer Segelyacht aus erklingen schöne Gesänge mit Gitarrenbegleitung. Der Konzessionär der Bojen kommt vorbei, kassiert die Bojengebühr und nimmt den Abfallsack mit.

 

Der Sonnenuntergang zum Abschied von Nord-Dalmatien wird zu einem einmaligen, faszinierenden Erlebnis (siehe Bild und Video). (Toni)

 

 

Do 20.06. – Fr 21.06.2013: Ankerbucht Hiljaca (Kornateninsel Žut) - Naturpark Telašćica (Insel Dugi Otok) - Žman (Insel Dugi Otok) - Ankerbucht Paladinica (Insel Rava)

 

17. Fahrttag (21 sm unter Motor)

 

Früher Morgen, 06.30 Uhr, Lufttemperatur 27 Grad! Wir laufen aus unter Motor und geniessen den angenehmen leichten Fahrtwind. Die kleine Insel Žut ist für uns bereits Vergangenheit. Wie verzaubert stehen die Inselchen der Kornaten im weichen Morgenlicht!

 

Am südlichsten Zipfel der Insel Dugi Otok (d.h. lange Insel) liegt zu Land und zu Wasser ein etwa 70 km2 grosser Naturpark. Die dazu gehörende riesige Bucht Telašćica kann nur durch eine zirka 20 m breite und 4 m tiefe Meeresenge zwischen den Inseln Katina und Dugi Otok angefahren und auch wieder verlassen werden. Zu dieser frühen Tageszeit finden wir in dieser Bucht nicht viele Schiffe vor Anker…

 

Toni und mich zieht’s weiter! Nach einer trotz 30grädigem Wasser erfrischenden Badepause motoren wir entlang der Küste zum kleinen Fischerdorf Žman. Nur ein paar Häuschen, ein Fischerhafen mit zwei, drei Anlegestellen für Gastboote, eine Post, ein Einkaufsladen mit dem Wichtigsten und eine Käserei, welche ausschliesslich Ziegenkäse herstellt! Hier dürfen wir beim Abfüllen der gerührten Käsemasse in die Formen zusehen, fotografieren und filmen. Natürlich verlassen wir die Käserei mit einem schönen Stück Geiss-Chäs! Noch ein feiner Espresso in der einzigen Konoba, dann werfen wir die Leinen los und fahren mit Motor gemütlich weiter den zahlreichen kleinen Buchten entlang, dann rüber zur 4 km2 „grossen“ Insel Rava zwischen Jž und Dugi Otok. Die kleine Ortschaft Vela Rava mit 200 Einwohnern wird mit Fähre und Tragflügelboot angefahren!!!

 

Uns lockt die Bucht Paladinica, eine Bucht mit Bojen und ohne Konoba! Das haben wir bisher noch nie entdeckt! Kurz vor 13.00 Uhr machen wir fest und baden ein erstes Mal zwischen vielen neugierigen Fischen im türkisfarbenen Wasser. Zwei Mittelmeermöwen segeln im Gleichklang elegant durch die Lüfte. Grillen und Zikaden konzertieren lautstark und vermiesen den fleissigen Amseln ihr Flöten! Ringsum über den hellen Kalkfelsen säumen Olivenhaine und üppige Macchiabüsche in variantenreichen Grüntönen die stille Bucht! Ein Paradies!

 

So, wie die Wetterberichte lauten, werden wir uns erst am Samstag daraus vertreiben lassen! (Lina)

 

 

Insel Žut (Kornatenarchipel)

So 16.06. – Mi 19.06.2013: Badetage in der Bucht Hiljaca auf der Kornateninsel Žut

 

Žut ist mit 15 km2 nach Kornat die zweitgrösste Insel der Kornaten, gehört jedoch nicht zum vielbesuchten Nationalpark. Prostanišće an Rande der Bucht gilt mit seinen 25 Häuschen als zweitgrösste Siedlung der Kornaten.

 

Heute ist ja Sonntag! Also bin ich wieder einmal mit dem Kochen an der Reihe! Nach Beni’s Rezept backe ich ein Pizzabrot im Gasofen. Als Vorspeise gibt es einen Tomatensalat.

 

Zauberhaft ist diese Bucht Hiljaca. Das Wasser türkisblau, die Trockenmauern grau, die hohe Macchia sattgrün, Grillen zirpen und der wolkenlose Himmel strahlt stahlblau. Das rhythmische Zirpen der Zikaden wird mit jedem Tag lauter! Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Sommer beginnt! Eine kleine Kirche thront über der Krete. Die Luft hat unterdessen 32 Grad erreicht. Der leichte thermische Wind kühlt die Kabine über den Lukenspinnaker angenehm. Nur wenige Boote „verirren“ sich hierher. Lesen, „Plegern“, tägliche Yogastunde und regelmässiges Schwimmen wie auch Schnorcheln im 24 Grad warmen Wasser sind unsere Hauptbeschäftigungen. Auch bestaunen wir die verschiedensten Stimmung je nach Tageszeit in dieser Bucht. Charteryachten kommen und gehen, deren Crews nicht die Musse haben, welche uns so gut tut.

 

Wir bleiben heute und morgen noch hier, am Liebsten Übermorgen, Überübermorgen und Überüberübermorgen auch noch . . . . .!

 

Am Dienstag besuchen uns Enrica und Fritz von ihrem Feriendomizil Drage aus mit dem Schlauchboot und schwarzer Bordkatze, welche beide den Namen „SHIRA“ tragen. Die Katze miaut zuerst kläglich auf ASANA. Sie möchte lieber wieder aufs Schlauchboot! Dann aber erkundet sie die neue Umgebung und fühlt sich schnell wohl. Zusammen besuchen wir die Konoba Vison und lassen uns dort feinen Haifisch mit Kartoffeln, Mangold und Rotwein schmecken. Der Wirt, welcher uns am Samstag an der Boje abgewiesen hat, bemerkt trocken: „Dieses Schiff ist jetzt drei Tage da! Ich glaube, die haben zu viel Lebensmittel an Bord!“ Anschliessend lädt uns Fritz auf eine kleine Motorbootfahrt ein. Der 80 PS-Motor lässt das leichte Boot fast fliegen! Im Nu sind wir in der Bucht Luka Žut in der Konoba Fešta, wo wir eine Glace geniessen. Schnell ist das gemütliche Zusammensein vorbei und Enrica und Fritz sausen Richtung Drage davon!

 

N.B. Wir planen für morgen Donnerstag, nach der Insel Dugi Otok zu segeln, sofern es Wind hat! Sonst benützen wir wieder einmal den Motor. (Toni)

 

 

Sa 15.06.2013: Fast wie Zürichsee Segeln von Murter nach Žut

 

16. Fahrttag (20 sm, 19 sm davon gegen den Wind aufgekreuzt)

 

Žut ist nach Murter die 11. kroatische Insel, welche wir anlaufen, sowie das 9. Mal in diesem Jahr, bei welchem wir den Motor nur für das eigentliche Hafenmanöver brauchen und sonst die ganze Strecke segeln können! Verhältnisse mit denen zu vergleichen auf dem Zürichsee: strahlender Sonnenschein, ein schwacher, etwas drehender Wind in Stärke 1 - 2, nur leicht gekräuseltes Wasser und kreuzen gegen den Wind. Gemütliches Segeln, so wie es Lina am Liebsten hat! Ganz anders als auf dem Zürichsee sind jedoch die unzähligen, kleinen Inseln, an denen wir vorbei segeln und die beiden hübschen Delphine, welche uns ganz kurz begleiten!

 

Nach 15 Uhr erreichen wir die gut geschützte Bucht Hiljača, wo wir an einer Boje nahe der Konoba Vison festmachen. Weil der Wirt verlangt, dass wir das Nachtessen bei ihm einnehmen, verlassen wir die Boje und ankern zwischen den beiden Konobas auf 8 m Tiefe mit 35 m Kette. Bei der Kontrolle des Ankers mit der Taucherbrille entdecke ich ganz in der Nähe zwei Mooringleinen, welche an einem grossen Betonklotz befestigt sind und deren Ende an einem Styroporstück schwimmt. Offensichtlich gehören sie zu einem Ferienhaus, welches zur Zeit noch nicht bewohnt ist. Also Anker auf und ASANA an der Mooringleine festmachen! So verbringen wir eine ganz ruhige Nacht. (Toni)

 

Insel Murter

Mi 12.06. – Fr 14.06.2013: Hafentage in Betina auf der Insel Murter

 

Morgens um neun Uhr bläst der Nordwind „Tramontana“ in Stärke 4 – 5! Toni bringt die Fockpersenning zum Nachnähen der teilweise zerrissenen Nähte in die Segelmacherei. Am Sonnenverdeck bringt die Segelmacherin auf unseren Wunsch hin zwei zusätzliche Stoff-Schlaufen und am faltbaren Solarpaneel eine zusätzliche Öse an, um bei stärkerem Wind das Flattern zu verhindern.

 

Wir lernen Dani, einen weiteren Schweizer, mit seinem grossen Zweimaster „Seala“ kennen und dürfen das vor etwa 30 Jahren in Formosa gebaute Schiff besichtigen.

 

Erstmals in dieser Saison weht nachmittags die berüchtigte Bora, der hiesige Wind aus Nord/Nordost, jetzt in Stärke 5 – 6, nachts sogar 7 - 8! Die dadurch sehr klare Luft animiert uns zu einer kleinen Wanderung. Im Gegensatz zu Betina ist die ACI-Marina im Städtchen Murter sehr gross und lebhaft. Vom direkt dahinter liegenden Hauptplatz bin ich recht enttäuscht: Gebäude und Beizli, wie sie überall in der Welt stehen könnten! Einige hundert Meter weiter aber gelangen wir in den alten Ortsteil Stari Murter, dominiert von Natursteinhäusern mit bunten Fensterläden. Teils offene Tore gestatten uns neugierige Blicke in üppige, blühende, bunte Gärten. Zuoberst vom Vršina-Hügel mit dem leider geschlossenen Kirchlein Sv. Roka aus stehen wir staunend vor einem atemberaubenden Rundblick auf Städtchen, Häfen, den Kanal von Murter und all die vorgelagerten Inseln und Eilande.

 

Aufgrund der Windvorhersagen beschliessen wir, einen Tag länger als geplant, also bis Samstagmorgen, hier zu bleiben. Die Bora ist zum Glück bereits wieder eingeschlafen. Weil am späten Freitagnachmittag etwa 15 Charteryachten erwartet werden, parkieren wir vom Südsteg weg zur Westmole. Hier lädt am äusseren Ende eine Chromstahlleiter zum Baden ein. „Schwein“ gehabt, nur wenige Schritte von ASANA entfernt!

 

Am Freitag, dem letzten Abend hier, geniessen wir in der Konoba-Pizzeria Trabakul in Betina wieder mal eine knusprige Pizza! Morgen Samstag segeln wir weiter zur nordwestlich gelegenen Insel Žut, wo wir uns auf einen guten Platz in einer weiteren schönen Bucht freuen! (Lina)

 

 

Di 11.06.2013: Rassige Segelpartie von der Insel Žirje nach der Insel Murter

 

15. Fahrttag (29 sm, gegen den NW-Wind aufgekreuzt!)

 

Um 6:30 Uhr reisst mich der Wecker unbarmherzig aus den Träumen. Von Wetterwelt rufe ich sicherheitshalber mit dem Handy ein Wetter-SMS für die Region ab. Innert weniger Sekunden meldet es mir das zu erwartenden Wetter: bewölkt und Regenschauer, Wind NW 3 – 4, dann 4 – 5, Wellen 0,5 m. Wie gestern, also können wir heute starten! Kaffee machen, Lina wecken und gemeinsam nochmals in dieser zauberhaften Bucht im kristallklaren, türkisblauen Wasser schwimmen.

 

Um 8:30 Uhr sind ASANA und wir bereit. Doch genau jetzt geht ein Regenschauer über der Bucht nieder! Dieser ist nach kroatischer Manier schnell vorbei. Im Westen klart es bereits wieder auf, so dass wir kurz nach 9 Uhr die Leine an der Boje loswerfen und auslaufen. Sofort setzen wir die Segel und nach der Durchfahrt zwischen den Inseln Žirje und Mazirina luven wir an, nehmen die Schoten für einen Amwindkurs dicht und kreuzen gegen den Wind von Eiland zu Eiland zwischen den Inseln Žirje und Kakan. Es gleicht dem Aufkreuzen auf dem oberen Zürichsee mit kurzen Schlägen von meistens nicht mehr als einer Seemeile! Acht Wendemanöver fahren wir schliesslich, so viele am gleichen Tag wie noch nie auf unserer Reise auf dem Meer! Der Wind weht zuerst sanft, schläft dazwischen sogar kurz ein. Dies gibt uns Zeit und Gelegenheit, die Küsten der beiden Inseln zu studieren. Gegen 12 Uhr nähern sich uns auf dem Wasser Schaumkronen, ein Zeichen für mich, frühzeitig das erste Reff im Grossegel zu setzen.

 

Um 12:30 Uhr wenden wir vor dem Eiland Samograd, welches bereits zum Kornaten-Archipel gehört. Nun folgt eine Rauschefahrt (sechs Seemeilen in einer Stunde) bei strahlendem Sonnenschein nach der Insel Murter. Der Wind bläst unterdessen mit 5 Beauforts! Das zweite Reff bringt Entlastung ins Rigg, neutrales Verhalten und gute Geschwindigkeit von ASANA, die Lifebelts sicheren Halt für uns. Auch die Wellen haben unterdessen die vorausgesagte durchschnittliche Höhe von gut 0,5 m erreicht. Ab und zu verirren sich einige Salzspritzer auf unsere Sprayhood! Herrliches Segeln!

 

Schneller als geahnt erreichen wir das Leuchtfeuer Prišnjak und biegen in den Kanal von Murter, unserer 10. Insel, ein. Wir bevorzugen die Marina von Betina anzulaufen und nicht die ACI-Marina von Murter. Die Beschreibung im Hafenhandbuch und im Reiseführer spricht uns mehr an. Betina ist ein kleines Fischerdorf neben Murter mit einer 200-jährigen Schiffsbautradition. Die Marina ist überschaubar, eher mit kleineren Booten belegt und daneben ist ein Werftbetrieb mit verschiedenen Werkstätten. Wir hoffen, auch einen Segelmacher zu finden, welcher unsere Fockpersenning reparieren kann, die durch den Hagelschlag Schaden genommen hatte. Vor dem Hafen bergen wir die Segel. Wieder einmal ist es uns gelungen, direkt von der Bucht bis zum Hafen zu segeln und den Motor nur für das eigentliche Manöver zu brauchen! Telefonisch melden wir uns beim Hafenmeister an. Das Anlegemanöver bei starkem Seitenwind klappt dank seiner Mithilfe bestens.

 

Um 15:30 Uhr ist ASANA aufgeräumt und die Gangway montiert. Wir sitzen gemütlich im Cockpit beim Einlaufdrink und lauschen dem Heulen des Tramontanas, der unterdessen die Stärke 6 erreicht hat! Linas Haare sind davon ganz zerzaust! Ein erster Spaziergang durch das Städtchen Betina mit seinen engen Gassen und typischen Steinhäusern und das feine Essen aus Linas Kombüse beschliessen den heutigen Tag. (Toni)

 

 

Insel Žirje

So 09 06.– Mo 10.06.2013: Bojentage in der Bucht Stupica auf der Insel Žirje

 

Ausschlafen, Schwimmen im Meer, Yogastunden ab der CD von Marie-Antoinette, Lesen, Sonnenbaden, Bojenmanöver anderer Segelyachten beobachten, Gitarre spielen, Vogelgezwitscher, mediterrane Amselmännchen singen machohaft den ganzen Tag, und Brandungsrauschen lauschen, gut Essen und Trinken – was will man noch mehr!

 

Wir geniessen die Tage in dieser romantischen Bucht und schätzen, dass ASANA an der Boje gut vertäut ist. Beim Starkwind in der letzten Nacht mussten wir nicht um den Halt eines Ankers bangen und durch die gegebenen Bojen, konnte keine Charteryacht ASANA gefährlich nahe kommen. Auch aus Gründen des Umweltschutzes ist dies zu begrüssen. Durch Anker zerstörtes Seegras braucht Jahre um sich zu erholen! Mit dem Sonnenuntergang breitet sich eine zauberhafte Abendstimmung in der Bucht aus. Einheimische Gesänge, begleitet von einer Gitarre, klingen von einer Yacht herüber. Wir werden wieder ruhig schlafen!

 

Morgen weht gemäss Wetterprognose der Wind aus NW – WNW in Stärke 3 – 4 und somit günstig zum Aufkreuzen Richtung Murter, welches von hier aus NNW-lich liegt. Ich freue mich auf eine rassige Segelpartie! (Toni)

 

 

Sa 08.06.2013: Traumhaftes Segeln durch den Šibeniker Archipel zur Insel Žirje

 

14. Fahrttag (19 sm, davon 18 sm gesegelt): Die heutige Tagesstrecke beträgt in der Luftlinie nur etwa 11 sm. Dies bedeutet, dass wir es am Morgen richtig gemütlich nehmen: Schwimmen im Meer, Duschen, letzte Einkäufe, Espresso in der Konoba am Strand und Glace von der netten Verkäuferin. Zurück auf dem Schiff fragt mich der Bootsnachbar, Eigner einer grossen Sunbeam, ob ich Segelklebeband habe, weil seine Genua im Achterliek aufgerissen sei. ASANAs Ersatzteillager hilft wieder einmal aus und ich verdiene mir zwei Flaschen Bier dabei! Nach eigener Aussage sei er seit seiner Geburt mit dem Segeln und Manövrieren auf dem Meer vertraut, doch habe ich auf unserer langen Reise kein Schiff angetroffen, welches so „schluderig“ an Mooring und Quai festgemacht war!

 

Um 11:00 Uhr sind wir bereit. Lina steuert ASANA unter den kritischen Blicken des Nachbarn perfekt von der Quaimauer weg, und gleich nach der Hafenausfahrt setzen wir Segel. Das Meer ist flach wie der Zürichsee und eine leichte Brise aus WNW schiebt ASANA voran. Wehmütig blicken wir auf das hübsche Primošten zurück, in welchem wir uns so wohl gefühlt haben. Wir begegnen einem Frachter, was hier in der Gegend selten passiert. Dass der Wind genau aus der Richtung unseres Ziels weht, stört uns überhaupt nicht. So können wir genussvoll zwischen Inseln und Eiländern des Šibeniker Archipels segeln. Zlarin, Dugo, Komorica, Hr. Vrkljača, Sestrica, Obonjan, Zmajan, Sokol, Mišiak, Kaprije, Kaljak, Kakan, Ravan, Hrbošnjak, Mažirina und Felsformationen ohne Namen ziehen an uns vorbei. Hier spüren wir so richtig die Fallböen im Lee (Windschatten) der Inseln. Die runde Form der Insel lässt den Wind beschleunigen und über die Hinterseite hinunter brausen.

 

Um 13:30 Uhr beschliesse ich zu wenden, um den Kurs Richtung Insel Žirje aufzunehmen. Der Wind nimmt konstant an Stärke zu. Ich überlasse das Wendemanöver Lina. Mit der Selbstwendefock geht dies ja problemlos. Im Unterschied zu bisherigen Manövern von Lina verziehe ich mich aber jetzt in die Kabine, um das Manöver im Logbuch und auf der Seekarte festzuhalten. „Ree“, Lina wendet und ASANA krängt auf dem neuen Bug stark, weil uns gerade jetzt wieder Fallböen treffen. Eine leere Plastikschüssel und ein Plastikbecher fliegen durch die Luft. Ich lehne mich an den Kartentisch, beruhigt zu wissen, dass weiter nichts passieren kann. ASANA ist so sicher! „Was mach i falsch, was mach i falsch?“ ruft Lina! „Nüt, es isch nur de Wind!“ Dieser nimmt weiter zu. Ich entscheide, das 1. Reff zu setzen. Der Wind erreicht Stärke fünf, in Böen sechs. Schaumkronen türmen sich auf, also setze ich gleich noch das zweite Reff. Dies geht problemlos vom Cockpit aus.

 

Nun saust ASANA gut steuerbar bei halbem Wind (Wind von der Seite) mit bis zu 8,6 kn. vom Leuchtturm Rt. Lemes auf Kaprije bis zum Leuchtturm Hr Rasohe der Südspitze von Žirje, der 9. Insel unserer Reise. Dort bergen wir die Segel und fahren in die Ankerbucht Stupica ein. Wie in vielen anderen Buchten in Kroatien hat hier ein Pächter die Konzession für den Betrieb von Bojen. Das Ankern ist dann im Umkreis von 300 m verboten. Dies verunmöglicht vielfach das Ankern! Der Pächter kann Liegegebühren kassieren, ist aber verpflichtet, den Abfall von den Schiffsbesatzungen einzusammeln. Oft betreibt er auch noch eine Konoba. Wir finden diese Lösung gar nicht so schlecht. Die Kontrolle mit der Taucherbrille zeigt mir, dass das Bojentau in Ordnung und an drei schweren Betonklötzen befestigt ist. So können wir, nach dem feinen Essen aus Linas Kombüse mit Tomatensalat inkl. Slanariba von Branka, Pasta mit gebratenen Würsten und Gemüse, geruhsam schlafen gehen. (Toni)

 

 

Primošten, Trogir, Šibenik, Skradin und Krka-Wasserfälle

Mo 03.06. – Fr 07.06.2013: Hafen- und Ausflugstage in Primošten

 

Montag: Es gefällt uns sehr gut hier. Primošten ist ideal gelegen für Ausflüge in die Gegend, was wir in den kommenden Tagen auch nutzen werden. Ausserdem ist der Badestrand nur wenige Schritte von ASANA entfernt! Toni stehen die Haare zu Berge! Also kommt er unters Messer!

 

 

Dienstag: Die Wäscherei haben wir auch gefunden. Somit kommt heute die Bettwäsche wieder einmal dran! Zwischendurch eine Baderunde im Meer!

 

 

Mittwoch: So, heute wird nichts „gearbeitet“! Nach dem Morgenschwumm fahren wir mit dem Überlandbus nach Trogir. Wir denken uns in dieser mittelalterlichen Stadt viele Sonnenschirme, Tische, Bänke und Stühle weg, und siehe da: Trogir ist eine zauberhafte Stadt! Sie ist durch eine Steinbrücke mit dem Festland und durch eine Ziehbrücke mit der Insel Ĉiovo verbunden. Eines der bedeutendsten Bauwerke ist die Kathedrale Sveti Lovro (hl. Laurentius), an welcher fast 400 Jahre gebaut wurde. Sie weist dadurch ganz verschiedene Baustile auf, von der Romanik bis zur Renaissance ist alles vertreten!

 

Kaum zurück auf ASANA, halten sich die dicken, dunklen Wolken nicht mehr zurück! Wir dürfen einen herrlichen Regenbogen bewundern! Mauersegler pfeilen um die Häuser, Schwalben flattern um die Schiffe, sehr viele Mittelmeer-Möwen segeln elegant durch die Lüfte, Amseln flöten ihre Melodien, und sogar Fluss-Seeschwalben können wir beobachten. Der Kuckuck aber, der meldet sich hier nicht!

 

Wir runden den Abend ab mit einem Raclette auf Rolfs Kerzenöfeli. Der hiesige Käse, der uns übrigens sehr gut mundet, will zwar nicht so richtig schmelzen wie ein Walliser! Wir geniessen es trotzdem! (Lina)

 

 

Donnerstag: Das Meer präsentiert sich wie ein Spiegel! Schon um halb neun machen wir am einsamen Strand einige Yoga-Übungen (Asanas) und geniessen ein erfrischendes Morgenbad. Der Bus bringt uns anschliessend nach Šibenik, vorbei an unzähligen Buchten, Olivenhainen und Gemüse- und Obstkulturen. Das leuchtende Gelb des Ginsters konkurriert mit dem tiefen Blau des Meeres. Schön, diese Fahrt! Ein ganz anderer Blickwinkel als von ASANA aus! Die mittelalterlicher Stadt Šibenik mit der über ihr thronenden Festung Mihovil (Michael) ist Ausgangspunkt für den Besuch der Krka-Wasserfälle. Ein uralter Bus fährt etwa 15 km über Hügel durch eine wilde Macchia-Landschaft ins kleine Städtchen Skradin. Etwa 20 Minuten dauert von hier aus die beschauliche Fahrt mit einem Ausflugsboot Krka-aufwärts. Süsswasser! Schwäne verteidigen ihre Reviere, teilweise säumt Schilf die Ufer.

 

Die prächtigen Wasserfälle erreichen wir über sehr gefällig angelegte Wege. Die Krka führt zurzeit sehr viel Wasser (kein Wunder!!!); teilweise werden verschiedene grosse Bäume von tosenden Wassermassen umspült. Der Rundweg bietet sich sehr abwechslungsreich dar: schäumende Wasser und stille, kleine Wasserläufe, Teiche mit Seerosen, quakende Frösche, das Spiel von Licht und Schatten! Balsam für die Seele!

 

Kaum sind wir mit dem Boot in Skradin zurück, flüchten wir vor dem plötzlich einsetzenden Gewitterregen ins nächste Beizli, bevor es mit dem Bus zurück geht nach Šibenik. Hier lugt noch die Sonne vor den schwarzen Gewitterwolken hervor. Wir schauen uns einen Teil der Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und Treppen an. Der Klostergarten Sveti Lovre (der Laurentius scheint hier sehr verehrt zu werden!) hat es mir besonders angetan! Duftende Rosen in vielen Farben, bescheidene Malvenblüten, ein kraftvoller Feigenbaum und alle möglichen Küchenkräuter, strotzend vor Gesundheit, gibt es hier. Und jede Pflanze ist beschriftet! Am liebsten würde ich ein wohlriechendes Kräutersträusschen zusammenstellen…

 

Die Buchten auf der Heimfahrt bilden im Abendlicht einen Augenschmaus! Toni und ich haben einen wunderschönen Tag erlebt. Köpfe und Herzen sind voller sinnlicher Eindrücke und auch voller Dankbarkeit! (Lina)

 

 

Freitag: In der Regel schalten wir einen Vorbereitungstag ein, bevor wir weiterziehen. Auch heute ist es so! Morgenschwumm. Einkaufen. Diesel ergänzen. Deck kurz waschen. Wassertank füllen. Wetterberichte im Internet studieren. Und so weiter und so fort! Um etwa 18.00 Uhr zieht ein kleiner Gewitterschauer über den Hafen.

 

Wir haben vor, morgen Samstag eine Ankerbucht auf der Insel Žirje anzulaufen und hoffen, dass der Wind hält, was die Wetterfrösche versprechen! (Lina)

 

 

So 02.06.2013: Tolles Amwindsegeln von Maslinica nach Primošten

 

13. Fahrttag (26 sm, 23 sm davon gesegelt): Strahlender Sonnenschein direkt auf Linas Kopf in der Koje verheisst, dass der Entscheid, heute weiter zu segeln, richtig ist! Die Wetterprognose verspricht auch guten Segelwind. Das Frühstück mit Kaffee, Früchten und Nüssen nehmen wir, wie üblich, in der Vorschiffkabine ein. Nachher Waschaktion, ASANA zum Segeln bereitstellen, alle Checks durchziehen, Zwischenverpflegung bereitstellen und Seglerbekleidung anziehen.

 

Die riesige 54-Fuss-Charteryacht mit Skipper, Koch und vier englischen Gästen, welche gestern spät abends noch neben uns an die gleiche Boje gehängt wurde, verlässt die Bucht. Nun können wir um 10 Uhr den Motor starten, die Land- und die Bojenleinen lösen und zum Abschied von Roswitha und Wolfgang noch eine Sonderrunde in der Bucht drehen. Dann steuern wir neben den kleinen Eiländern hindurch das offene Meer an und setzen sofort Segel. Bei einem Westwind in Stärke 3 – 4 segeln wir mit rund 25 Grad Krängung hoch am Wind. ASANA freut sich so richtig, ob der idealen Bedingungen und schneidet den bescheidenen Seegang in Stärke 2 mit 6 bis 6,5 Knoten. Das freut den Skipper natürlich auch! Ab und zu ein kleiner Salzwasserspritzer auf das Vorschiff verleiht dem Ganzen die entsprechende Würze!

 

Wir nutzen den erwarteten leichten Winddreher und wenden um 11:40 Uhr auf Steuerbordbug. Dies bringt uns einen durchschnittlichen Kurs über Grund von rund 40 Grad! Um 13:10 Uhr stellen wir fest, dass wir genügend Reservehöhe am Wind erreicht haben, fallen etwas ab, fieren die Schoten von Gross- und Vorsegel und lösen die Achterstagspannung etwas. ASANA bedankt sich mit einer Beschleunigung bis zu maximal 9 Knoten! Nun wird die Gegend navigatorisch interessant. Die Felseninsel mit dem Leuchtturm Mulo passieren wir backbords, das Gefahrenzeichen „Plič Veli brak“ wie auch das Leuchtfeuer „Plič Peles“ steuerbords, um dann das Kap Rt. Kremik zu runden, damit wir in die Bucht von Primošten einbiegen können.

 

Nun bewegen wir uns in Norddalmatien. Ein imposantes Bild bietet sich uns nun. Die Altstadt von Primošten mit den typischen Steinhäusern erhebt sich stolz auf der Halbinsel. Darunter ist die kleine Quaimauer sichtbar. Dort möchten wir gerne mit ASANA anlegen. Finden wir wohl noch einen Platz? Motor starten. Segel bergen. Anbindetaue und Fender anbringen. Hafen anlaufen. Wir haben Glück und finden einen guten Anlegeplatz. Erstmals seit Dubrovnik legen wir damit wieder am Festland an. Eine Stunde später ist der Hafen voll belegt! Stolz sind wir ob der Bemerkung des Hafenmeisters, dass unser Anlegemanöver perfekt gewesen sei und er es nicht besser machen könnte!

 

Sofort fühlen wir uns in diesem kleinen Hafen und dem schmucken Städtchen wohl. Wieder war uns das Glück hold und hat uns in den richtigen Hafen geleitet! Von hier aus haben wir auch die Möglichkeit bequem mit dem Bus Split, Trogir, Šibenik und die Krka-Wasserfälle zu besuchen. Beim ersten Spaziergang durch den Ort suchen wir eine Wäscherei. Gemäss Tourist-Information soll sie sich hinter dem Spital befinden. Wir finden eine Glastür mit einem Zettel über die Öffnungszeiten! Ob es sich um die Wäscherei handelt, wird sich morgen erweisen!

 

Zurück auf ASANA freuen wir uns so richtig ob der bordeigenen Küche, welche nach vier Tagen wieder einmal warm wird! (Toni)