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Berichte von den Inseln Othonoi und Korfu 2012

Sa 22.09.2012: 4. Nachtschlag: Heisser Segelritt durch die Strasse von Otranto von Santa Maria di Leuca nach Ormos Ammos auf der Insel Othonoi

 

Der Wecker klingelt um 4 Uhr und bereits um 4:50 Uhr sind alle Checks erledigt. Die Maschine wird gestartet und wir laufen aus dem Hafen von Santa Maria di Leuca aus. Der erste Versuch scheitert, weil wir mitten in der Hafenausfahrt auf eine Sandbank auflaufen! Dies ist ganz typisch für die italienischen Häfen. Durch Stürme verändern die Sandbänke laufend ihre Position. Mit Vollgas rückwärts retten wir uns aus der misslichen Lage. Bereits um 5:30 Uhr sind wir unter Segel auf Kurs Richtung Othonoi durch die Strasse von Otranto, welcher viele Segler Respekt entgegenbringen und welche bei den Albanern, wegen der vielen Flüchtlingsopfer, „Kanal der Tränen“ genannt wird. Der Wind bläst aus NNW in Stärke 2 – 3 und der Seegang hat die Höhe 2. In der Morgendämmerung verschwindet das uns in den letzten Monaten und Wochen liebgewordene Italien in der Ferne und wir können wir die Berge hinter der albanischen Küste klar erkennen. Etwa um 9.00 Uhr sichten wir die Insel Korfu! Ein einziges Mal begegnen wir einer Segelyacht, dann wieder stellen wir einen tip-topen Kollisionskurs mit einem Frachter fest. Er fährt seinen Kurs weiter, wir weichen aus „Der Gschiider git nou!“, oder? Um die Mittagszeit erreicht ASANA mit ihrer Crew griechische Gewässer; die italienische Gastflagge hat ihre Aufgabe erfüllt. Freudig und mit einigem Hallo hissen wir steuerbords die griechische Gastflagge! Der Wind hält durch; mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 kn und einer Höchstgeschwindigkeit von 9,2 kn beim Wind, einer Windstärke zwischen 2 -4 bf. und Seegang 2 – 3 mit regelmässigen Kreuzseen empfinden wir die heutigen 50 sm als herrlichen Segelspass! 48 sm gesegelt ohne ein einziges Manöver (fast wie Zürichsee, oder nicht?). Schon um 13.45 Uhr fällt in der Bucht Ormos Ammos auf 4 m Wassertiefe der Anker, und wir freuen uns aufs Bädli im 27o warmen, klaren und türkisfarbenen Wasser. (Lina)

 

 

So 23.09.2012: Überfahrt von der Insel Othonoi zur Ormos Kalami auf Korfu

 

Nach einer super ruhigen Nacht vor Anker laufen wir um 07.25 Uhr aus. Kein Lüftchen regt sich; zum Glück gibt’s auf ASANA einen zuverlässigen Motor! Und es bleibt so; uns Drei bleibt genügend Zeit, die unbekannte Umgebung zu bewundern. Um 12.00 Uhr passieren wir die engste Stelle zwischen Griechenland und Albanien, nur etwa 2 km breit, und schon um halb zwei lassen wir in der Ormos Kalami, einer kleinen, hübschen Bucht, nur ca. 10 sm von der Stadt Korfu entfernt, auf etwa 8 m Tiefe den Anker fallen. Auch hier lädt uns das 27o warme Wasser zum Bade ein! Der von Beni am Morgen geknetete Hefeteig gedeiht wunderbar; das berühmte Beni-Pizzabrot am frühen Abend, so gar nicht mediterrane Zeit, lässt uns ein folgendes Nachtessen voll vergessen. Danke, Beni, Du hast meine Angst vor dem Gasbackofen in alle Winde zerstreut!

 

In der Dunkelheit beim Gutnacht-Drink im Cockpit klingen leise Bouzouki-Klänge aus einer Taverne am Ufer zu uns herüber: wir sind mit ASANA wirklich in Griechenland! (Lina)

 

 

Mo 24.09.2012: Gemütliches Amwindsegeln von Ormos Kalami auf Korfu nach der Limani Mandraki in Korfu

 

Nur noch rund 10 sm liegen vor unserem heutigen Ziel! Kein Grund, mitten in der Nacht aufzubrechen! Nach einem gemütlichen Morgenkaffee lichten wir um 09.35 Uhr den Anker; 20 Minuten später setzen wir Gross und Fock. Bei 1 – 2 bf. segeln wir gemütlich am Wind bis vor die Stadt Korfu. Dabei lernt Beni, nach über 200 sm geradeaussegeln mit ASANA, auch noch die Vorteile der Wendemanöver mit der Selbstwendefock kennen! Verschiedene Häfen liegen vor uns, aber irgendeine Kraft zieht uns kurz vor 13.00 Uhr magnetisch in den Hafen des Yacht-Clubs von Korfu. Er ist klein, hübsch, beschaulich, liegt unterhalb des riesigen, eindrücklichen Forts und dazu erst nur etwa 3 Minuten von einem winzig kleinen Strand entfernt. Was wollen wir mehr? Einheimische Yachten und vor allem englische Langzeitsegler liegen hier. Nicht verwunderlich, war doch Korfu fast 50 Jahre lang eine britische Kolonie. Die frühe Ankunft animiert uns zu einem ersten Spaziergang durch die abenteuerliche Altstadt von Korfu, welche im Jahre 2007 ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Ein Nachtessen in einem der vielen Strassenrestaurants mit hauptsächlich einheimischen Gästen rundet den letzten Abend mit Beni ab! (Lina)

 

 

Di 25.09. – Do 27.09.2012: Abschied von Beni / Hafentage in Korfu

 

Beni packt; 9 Tage hat er uns auf unserer Reise begleitet, 229 sm mit zurückgelegt, davon 125 unter Segel! Wir rücken nochmals aus zu einem Stadtbummel, natürlich mit Kaffee! Das aus ASANAs Kombüse stammende Picknick verspeisen wir an „unserem“ Strändchen. Die kleine, nicht wahrgenommene Wespe am Rande des Weissweinbechers verhilft mir innert Minuten zu einer Botox-Oberlippe! Notfalltröpfli, Teebaumöl und Apis-Chügeli lassen die Botox-Wirkung innert Kürze verpuffen! Gott sei Dank! – Ja, der Abschied von Beni naht in Riesenschritten; wir begleiten ihn zum Taxi, welches ihn um halb drei Uhr zum Flughafen bringt. Von dort sollte er um 17.00 osteuropäische Sommerzeit abfliegen und um 20.00 Uhr Ortszeit in Zürich ankommen. Danke, Beni, für Dein Da-Sein, Dein So-Sein, Dein Mit-Denken und Mit-Schaffen! Wir erinnern uns sehr gerne an die Tage mit Dir auf ASANA! (Lina)

 

Heute Mittwoch können wir um 09.00 Uhr, organisiert durch die Hafenmeisterin, unsere Bettwäsche & Co. zur Laundry bringen und um 12.00 Uhr getrocknet wieder abholen. Nach den letzten feuchten Tagen und Nächten eine Wohltat! Auf dem Weg zur Wäscherei finden wir in einem Haushaltgeschäft das seit langem gesuchte Lampenöl (fürs Ankerliechtli) sowie einen passenden Ersatz für ein seit längerer Zeit fälliges Kochpfännchen. Ausserdem führt unser Weg vorbei am riesigen Fisch-, Gemüse- und Obstmarkt sowie am Stadthafen. Welch ein Unterschied! Hier Fähren, Ausflugsschiffe, Glasbodenboote, Segelyachten längs an der alten Mauer, „im Päckli“ angelegt, Touristenbusse, Busse der Kreuzfahrtenschiffe, Lastwagen, Töffs, kurz, ein ganz verrückter Betrieb! In „unserem“ Hafen dezente Leuchten, anmutige Bogenfester mit matt beleuchtetem Hintergrund, das mit warmem Licht angestrahlte Fort, der halbe Möndel am Himmel, einfach uuuwohlig! Von der nahe gelegenen Musikhochschule von Korfu dringen die unterschiedlichsten Klänge zur uns: Tonleitern auf dem Klavier, Teile aus dem 5. Klavierkonzert von Beethoven, Violine, Cello, Klarinette, Sängerinnen usw. Vor dem Hafen gleiten grandios beleuchtete „Traumschiffe“ vorbei, Fischerboote bringen ihren Tagesfang heim…nie langweilig! (Lina)

 

Heute Donnerstag gönnen wir uns einen richtig gemütlichen Hafentag im bezaubernden Korfu. Der Tag beginnt mit einem ersten Kaffee in der Koje und einem Cappuccino im Internetkaffee, wo wir uns per Mail beim Agenten in Sarandë für das Einklarieren in Albanien anmelden. Beim anschliessenden Einkaufbummel durch die lebhafte Altstadt finden wir nach einigen Umwegen auch wieder den offenen Markt und decken uns mit Früchten, Gemüse und einem grossen Schwertfischfilet ein. Wie in den letzten Tagen, geniessen wir während der wärmsten Zeit das Picknick auf dem Badeplatz und das Schwimmen im warmen Meerwasser. Die Hafengebühr ist bis morgen entrichtet und der Hafenmeisterin überreichen wir als Dankeschön einen CCS-Gastwimpel. Bevor wir uns in die Kabine zurückziehen, waschen wir das Deck von ASANA und füllen den Wassertank. Den Dieseltank und den Reservekanister habe ich bereits gestern gefüllt. Schliesslich werden auch alle Akkus wieder geladen und zu guter Letzt komme ich bei der Bordcoiffeuse unter die Schere! Nun freue ich mich auf das Nachtessen aus Linas Kombüse mit griechischem Salat und dem Schwertfischfilet auf einem Reis-, Gemüsebeet. Dazu gibt es natürlich auch Wasser und Wein. Bei schönstem Mondschein verabschieden wir uns von diesem stimmungsvollen Hafen. (Toni)

 

 

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